Unzählige tote Sardellen
17. Februar 2017

Mysteriöses Fischsterben an Costa Ricas Pazifikküste

Gewaltiger Gestank weckt die Bewohner von Costa Ricas Golf von Nicoya: Unzählige tote Sardellen liegen am Ufer. Die Behörden tappen im Dunkeln, was die Fische so plötzlich getötet haben könnte.

Tote Sardellen
Es handelt sich bei den Fischen größtensteils um eine Art Sardellen. Foto: Nash Ugalde Hidalgo
dpanitf3

San José (dpa) - An der Pazifikküste von Costa Rica ist massenweise toter Fisch angespült worden. Die Ursache dafür ist bislang unklar. Auf Fotos sind ganze Strände zu sehen, die mit Sardellen bedeckt sind.

Insgesamt ist am Golf von Nicoya eine Fläche von rund acht Quadratkilometern betroffen.

Biologen und andere Experten nahmen Proben von den Fischen und dem Wasser. Sie konnten aber bislang nicht ausmachen, was das Massensterben der Tiere ausgelöst hat. Mögliche Ursachen könnten das Vorkommen bestimmter Mikroalgen oder auch Sauerstoffmangel sein. Auch giftige Substanzen könnten erst einmal nicht ausgeschlossen werden, hieß es.

Die Behörden riefen dazu auf, auf Fischerei, Handel und Verzehr der Fische aus den Orten Abangaritos und Manzanillo in der Provinz Puntarenas zu verzichten, bis die Ursache geklärt sei. Sie rieten zudem vorerst vom Baden im Meer ab. Der Golf von Nicoya rund 150 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt San José ist auch eine wichtige Tourismusregion.

Am Mittwoch waren die Bewohner der Region vom Fischgestank an den mit Mangroven bewachsenen Stränden geweckt worden. Nach Angaben der Zeitung «La Nación» machten sich Geier an den toten Fischen zu schaffen, mit jeder Stunde setzten sich mehr Fliegen darauf. Ein Teil der Fische sei zudem ins Meer zurückgeschwemmt worden, bevor die Behörden einen Großteil der Kadaver beseitigen konnten.

Das kleine Costa Rica im Herzen Mittelamerikas gilt als Naturparadies und setzt wirtschaftlich neben der Landwirtschaft stark auf Ökotourismus. Mit seinen Regen- und Mangrovenwäldern, Stränden und Vulkangebieten bietet das Land Touristen wie Forschern Möglichkeiten zur Beobachtung vielfältiger Pflanzen- und Tierarten.

Fischerei-Institut

Umweltministerium

Bericht La Nación

Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige