Der Ludwigsburger Jugendgemeinderat
Wahlergebnis
Ludwigsburg | 03. April 2017

Jeder Sechste gibt seine Stimme ab

Mit Spannung haben die 60 Kandidaten des Jugendgemeinderats (JGR) die Verkündung der Wahlergebnisse erwartet. Gestern Abend war es soweit: Bei einer Wahlparty in der Villa BarRock wurde bekannt gegeben, wer für zwei Jahre in das 21-köpfige Gremium einzieht. Die Wahlbeteiligung lag bei 15 Prozent.

Als die 21 Namen verkündet werden, sind die meisten Jugendlichen erleichtert. Endlich ist das Ergebnis bekannt. Die frisch gewählten Jugendgemeinderäte stehen glücklich auf der Bühne in der Villa
BarRock und ernten Applaus von jenen 40Jugendlichen, die es nicht in das Gremium geschafft haben. Einigen von ihnen ist die Enttäuschung anzusehen.
Punkt 15 Uhr schlossen die virtuellen Wahllokale am Freitagmittag. 6931 wahlberechtigte Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren konnten im Vorfeld online über die Zusammensetzung des JGRs abstimmen. Davon haben 1041 ihre Stimme abgegeben. Die Wahlbeteiligung liegt bei 15 Prozent. Im Vergleich zu anderen Jugendgemeindratswahlen in Baden-Württemberg liege Ludwigsburg damit im Mittelfeld, erklärt Hannah Junginger von der Jugendförderung der Stadt. „Damit sind wir weder besonders schlecht, noch besonders gut. Das können wir noch ausbauen“, sagt Junginger zu den Jugendlichen.
Insgesamt standen 37 Jungen und 23 Mädchen zur Wahl. Jeweils zwei Sitze waren für Schüler von Werkrealschulen, Gemeinschaftsschulen, Förderschulen, Realschulen und Gymnasien vorgesehen. Nur ein Platz sei nicht über das Schulkontingent ausgeschöpft worden, so Junginger.
Bevor die 21 Gewählten verkündet werden, erhält jeder Kandidat als Anerkennung eine Urkunde. Diese überreichen die JGR-Paten des Gemeinderats: Gabriele Moersch (Freie Wähler), Annegret Deetz (SPD), Klaus Herrmann (CDU), Laura Wiedmann (Grüne), Jochen Eisele (FDP) und Claudia Dziubas (Ökolinx).
„Egal, wie es ausgeht, dass ihr euch habt aufstellen lassen, zeugt von Mut und Überzeugung, sich für die Stadt einzusetzen“, motiviert Patrick Burtchen, Leiter der Abteilung Jugend im Fachbereich Bildung und Familie, die Kandidaten. Dann wird es ernst. Hannah Junginger ruft einen Namen nach dem anderen auf. Jedes Mal gibt es kräftigen Applaus – bis 21 Jungen und Mädchen auf der Bühne stehen.
Nach zwei Jahren harter Überzeugungsarbeit ist die Ludwigsburger Jugend endlich am Ziel angekommen: Es gibt einen Jugendgemeinderat. Künftig bestimmen junge Menschen mit, was in der Stadt passiert.
Aber nicht für jeden engagierten Jugendlichen gibt es einen Platz. Die Schüler Coco Haag, Timm Overdick und Tobias Neumann waren im Planungskomitee Jugendgemeinderat aktiv und hatten sich dafür stark gemacht, dass es eine Jugendbeteiligung in der Stadt gibt. In das Gremium geschafft hat es keiner der drei. „Bei der Wahl kommt es schon darauf an, wer viele Freunde hat, und nicht so sehr, wer im Vorfeld viel geleistet hat“, sagt Tobias Neumann. „Es ist ein Wahlkampf der Netzwerke.“ Der 18-Jährige nimmt das Ergebnis sportlich. „Ich muss noch lernen, wie man sich vermarktet“, sagt er gelassen. Er will auf jeden Fall engagiert bleiben. Auch Coco Haag bleibt politisch aktiv. Sie will sich unter anderem im Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg einbringen. Auch in Ludwigsburg gebe es immer wieder Gelegenheiten, sich einzubringen, betont Patrick Burtchen nach der Wahl.
Die frisch gebackenen Jugendgemeinderäte strahlen vor Glück. „Es ist überwältigend“, sagt Tim Hegewald dazu, dass er gewählt wurde. Der 16-Jährige will sich als Jugendgemeinderatsmitglied für neue Plätze für Jugendliche einsetzen. Saman Merhrju hätte nicht damit gerechnet, dass ihm fremde Leute ihre Stimmen geben. „Es ist einfach unbeschreiblich“, sagt der 15-jährige Schüler. Anders sieht es bei Madeleine Untch aus. „Ich dachte schon, dass es mit einem Platz klappen könnte“, sagt die 14-Jährige. Sie kenne viele Leute. Als Jugendgemeinderätin will sie sich für eine bessere Handynutzung in der Schule einsetzen.
Der Jugendgemeinderat steht also in den Startlöchern. Das Gremium trifft sich einmal im Quartal, die erste Sitzung findet am Dienstag, 25. April, statt.

Martina Peao
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