Basketball Champions League
Ludwigsburg | 11. Januar 2017

Ludwigsburger stolpern am Olymp

Die Ludwigsburger Basketballer haben in der Champions League einen herben Rückschlag erlitten. Die hochdramatische Partie bei AEK Athen war ein hartes Stück Arbeit, am Ende mussten sich die MHP-Riesen mit 72:82 (34:45) verdientermaßen geschlagen geben.

Hoch hinaus: Ludwigsburgs Center Jack Cooley hat die Lufthoheit. Fotos: Panamos
Hoch hinaus: Ludwigsburgs Center Jack Cooley hat die Lufthoheit. Fotos: Panamos
Johannes Thiemann.
Johannes Thiemann.

Es wurde als „Spiel der Woche“ in der Champions League deklariert. Zumindest was die Spannung und die Emotionen betraf, hätte es kaum dramatischer zugehen können. Nach schwachem Beginn kam der Tabellenzweite erst in der zweiten Spielhälfte auf Touren, mussste sich aber gegen eine von den entfesselten Fans vorangetriebenen Gastgebern geschlagen geben. Auf Ludwigsburger Seite war Tekele Cotton (20 Punkte) der zuverlässigste Schütze, an die Effizienz des überragenden Dusan Sakota (27 Punkte) kam er aber nicht heran.

John Patrick rieb sich schon vor Beginn der Partie die Hände, aber nicht vor Vorfreude, sondern weil es in der nur spärlich besuchten Olympiahalle entsprechend den winterlichen Verhältnissen in Athen bitterkalt war.

Die Riesen kamen zunächst überhaupt nicht auf Betriebstemperatur. Den 0:4-Rückstand verkürzten Kelvin Martin und Jack Cooley zwar auf 7:6, dann aber gelang den Gastgebern ein 9:0-Lauf. Selbst eine Auszeit von Patrick konnte dem Rhythmus der Hausherren keinen Einhalt gebieten. Aus der Distanz verwarfen sowohl Brad Loesing als auch Chadd Toppert, während die AEK-Fans ihren Neuzugang Chinemelou Elonu nach dessen krachendem Dunking zur 18:10-Führung feierten. Mit einem deutlichen 12:24-Rückstand ging es in das zweite Viertel.

Der erste Dreier von Toppert war das Zeichen zu einer kleinen Aufholjagd. Cooley, Martin und Johannes Thiemann brachten die Riesen auf 22:26 heran, dann aber schlichen sich erneut Nachlässigkeiten ein. Ballverluste. Eine schwache Trefferquote (nur einer von siebe Distanzwürfen wurde verwertet) und ungenaue Zuspiele prägten das Spiel der Riesen, die es den Gastgebern leicht machten, ihr keineswegs souveränes Spiel wieder in eine zweistellige Führung auszubauen (41:31) und mit einem Elf-Punkte-Polster in die Pause zu gehen (45:33). Topscorer Sakota beendete den Durchgang mit einem Dreier, zur Pause hatte der Forward bereits 14 Punkte auf seinem Konto.

Nach der Halbzeit waren die Ludwigsburger nicht wiederzuerkennen. Plötzlich liefen die Ballstafetten, die Rebound-Duelle gingen an die Gäste, die nun wesentlich dynamischer und flinker agierten. Dank Cotton und Cooley schmolz der Athener Vorsprung. Cotton gelang mit seinen Freiwürfen die erste Führung (49:48), die Crawford bis auf 59:52 ausbaute.

Danach brodelte es in der Olympiahalle, die AEK-Fans trieben ihr Team nach vorn, zumal sie mit einigen Schiedsrichterentscheidungen haderten. Drew Crawford kassierte sein viertes Foul, zu Beginn des Schlussviertels musste Loesing nach fünf dem fünften Foul vom Feld. Die Halle tobte, Sakota brachte mit zwei Dreiern Athen heran (61:61), trotz heftiger Gegenwehr war der Akku der Riesen am Ende leer.

Aus Athen berichtet Andreas Steimann
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