Basketball
Ludwigsburg | 09. Januar 2017

Riesen finden gegen die Bayern wieder keine Mittel

Der FC Bayern München bleibt der Angstgegner der Ludwigsburger Basketballer. Drei Wochen nach der 65:94-Hinspielniederlage mussten sich die MHP-Riesen auch im Bundesliga-Rückspiel geschlagen geben. Trotz großem Kampf unterlagen sie mit 65:75 (33:43).

In die Zange genommen: Johannes Thiemann (vorn) hat gegen den Münchener Maximilian Kleber einen äußerst schweren Stand. Foto: Baumann
In die Zange genommen: Johannes Thiemann (vorn) hat gegen den Münchener Maximilian Kleber einen äußerst schweren Stand. Foto: Baumann

Die Doppelbelastung zwischen Bundesliga-Alltag und Champions League, wo die Ludwigsburger bereits morgen bei AEK Athen erneut gegen einen direkten Mitkonkurrenten um eine gute Gruppenplatzierung antreten müssen, schlägt sich zunehmend auf die Substanz nieder. Riesen-Trainer John Patrick hob nach der inzwischen 18. Niederlage im 21. Pflichtspiel gegen die Bayern zwar das Positive hervor („Wenn ich sehe, mit welcher Intensität und welcher Leistung in der Defensive wir heute aufgetreten sind, bin ich zuversichtlich, dass wir in dieser Saison noch viele Spiele gewinnen können“), mahnte aber selbst die Vielzahl der Spiele an: Denn während die Riesen im neuen Jahr bis zur nächsten Bundesligapartie am 29. Januar gegen medi Bayreuth bereits fünf Spiele absolviert haben, habe die Überraschungsmannschaft aus Franken bis dahin gerade eine gespielt.

Für den Heimspielkracher in der restlos ausverkauften Arena hatten diese Bedenken zunächst keine Auswirkung. Mit Cliff Hammonds, Tekele Cotton, Kelvin Martin, Martin Breunig und Johannes Thiemann schickte Patrick eine deutlich größere Startformation auf das Parkett als zuletzt.

Die Taktik schien aufzugehen. Breunig setzte mit einem Steal gleich den ersten Akzent. Nach Dreiern von Martin und Hammonds hieß es 10:5. Erst danach kamen die Gäste besser in Fahrt und zum 12:12-Ausgleich. Topscorer Danilo Barthel markierte die erste Münchner Führung, Bryce Taylor das erste Highlight: Per Buzzerbeater von weit aus der eigenen Hälfte sorgte er zum Viertelende für die 23:21-Führung der Münchener.

Beflügelt von seinem Kunstschuss legte Taylor auch im zweiten Abschnitt hochkonzentriert los. Gleich zweimal in Serie klaute er Ludwigsburg den Ball, bediente erst Alex King und schloss den zweiten Fastbreak selbst zur 27:21-Führung ab.

Auf Ludwigsburger Seite machte sich eine eklatante Schwäche bei den Würfen breit. Die Riesen hatten zwar einen starken Zug zum Korb, doch nur 32 Prozent der Feldwürfe fanden bis zur Pause ihr Ziel. Jack Cooley, bestens bewacht, traf nur einen seiner acht Versuche.

Mit sehenswerten Offensiv-Rebounds hielten die Ludwigsburger weiter dagegen, konnten aber nicht verhindern, dass Nihad Djedovic bis zur Halbzeit dennoch per Freiwurf den ersten zweistelligen Vorsprung herstellte 43:33). „Gegen das aggressive Offensiv-Rebounding der Ludwigsburger haben wir es in der zweiten Halbzeit etwas besser gemacht“, nannte Bayern-Coach Sasa Djordjevic einen Schlüssel zum Erfolg, den er als den bislang wichtigsten Saisonsieg bezeichnete.

Ludwigsburg übte weiter viel Druck aus. Doch die Bayern hatten meist die richtige Antwort parat, zudem traf das Schiedsrichtergespann in dem mitunter ruppigen Spiel einige zweifelhafte Foul-Entscheidungen. So kassierte Jason Boone im dritten Viertel innerhalb weniger Minuten drei Fouls.

Beim Stand von 53:59 ging es in die letzten zehn Minuten und auch hier kamen die MHP-Riesen nicht näher als fünf Punkte heran. Trotzdem blieben Spannung und Stimmung auf dem Siedepunkt. „Diese Super-Kulisse und der Enthusiasmus haben uns sehr geholfen“, resümierte Patrick, dessen Team bis in die Schlussminuten mit teilweise spektakulären Aktionen um jeden Ball kämpfte.

Andreas Steimann
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