Basketball
Ludwigsburg | 13. Januar 2016

Sieg in St. Petersburg – und die MHP-Riesen sind wieder dabei

Die Reise nach St. Petersburg dürfte für die MHP-Riesen die bislang abenteuerlichste, aber auch schwierigste Mission auf ihrer nun schon seit drei Monaten dauernden Europa-Tournee sein. Gestern morgen startete der Tross via Zürich in die ehemalige Zarenstadt.

Ob Rocky Trice (links) in St.Petersburg spielen kann, ist fraglich, Royce O’Neale ist im Eurocup „gesetzt“. Foto: Baumann
Ob Rocky Trice (links) in St.Petersburg spielen kann, ist fraglich, Royce O’Neale ist im Eurocup „gesetzt“. Foto: Baumann

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte treffen die MHP-Riesen Ludwigsburg auf den russischen Club Zenit St. Petersburg. Für das zweite Spiel in der Runde der letzten 32 Teams des Eurocups hat Trainer John Patrick einen 13-köpfigen Spielerkader auf die 2000 Kilometer weite Reise mitgenommen. Darunter ist auch Mustafa Shakur, um dessen Verbleib in Ludwigsburg in den vergangenen Wochen spekuliert wurde.

„Da ist einiges kolportiert worden, nach dem Motto, wir wollen den Spieler loswerden“, sagte Riesen-Vorstand Alexander Reil gestern und stellte klar, dass Shakur auch nach der Rückkehr von Spielmacher Kerron Johnson fest zum Team gehöre. Ob der 31-jährige Routinier, der in den jüngsten Bundesligaspielen und im Eurocupspiel gegen Zielona Gora wegen Überbeanspruchung von Patrick nicht berücksichtigt wurde, einen Einsatz auf internationalem Parkett erhält, ist nicht auszuschließen, zumal der Einsatz des angeschlagenen Rocky Trice gefährdet ist.

„Ein Auswärtssieg würde uns natürlich gut tun“, räumt Reil angesichts der schwierigen Aufgabe ein, „mit 0:2 Siegen zu starten, würde die Sache sehr schwierig machen“. Zenit St. Petersburg weist in der bisherigen Eurocup-Saison eine starke Bilanz auf. In elf Partien holte das Team von Trainer Vasily Karasev neun Siege. Nachdem man die Hauptrundengruppe E als Erster abschloss, glückte auch der Start in die Last 32-Runde. Mit 86:84 setzten sich die Russen in einem Krimi bei Umana Reyer Venedig, dem kommenden Gegner der Ludwigsburger, durch.

„Das wird ein echter Kampf werden. Es wird für uns auf eine geschlossene Teamleistung ankommen. Wir müssen ein komplettes Spiel zeigen“, schwörte Center Jon Brockman seine Mannschaftskollegen vor dem Duell in der 7000 Zuschauer fassenden Sibur-Arena ein.

Mit 19,18 Assists pro Begegnung ist St. Petersburg eine der führenden Mannschaften, was Vorlagen angeht. Die Guard-Kombination mit Zabian Dowdell und dem US-Amerikaner Ryan Toolson sticht hervor. Toolson war mit 21 Punkten und sechs Assists der auffälligste Akteur gegen Venedig. In der landesübergreifenden osteuropäischen VTB League steht St. Petersburg momentan auf dem vierten Tabellenplatz. Am Wochenende unterlag das Team von Trainer Karasev mit 66:101 bei Unics Kazan.

Karasev, der gebürtig aus St. Petersburg stammt, war früher selbst ein begnadeter Spieler in Diensten Russlands. 1998 wurde er mit Alba Berlin deutscher Meister. Seit 2014 ist er der Headcoach des Teams aus der 5,1 Millionen-Einwohner Stadt im Nordwesten Russlands.

„Das wird eine echte Herausforderung, in St. Petersburg zu spielen. Wir haben gegen Zielona Gora nicht unser bestes Spiel gezeigt. Das wollen wir besser machen und wieder unseren Basketball spielen“, blickt MHP-Riesen-Trainer Patrick voraus.

Info: Das Eurocup-Match wird deutschlandweit vom SWR übertragen. Der Livestream ist unter swr.de/sport aufrufbar. Spielbeginn ist am Mittwoch um 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit (20 Uhr Ortszeit in St. Petersburg).

von andreas steimann
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