Basketball Top Four
Ludwigsburg | 17. Februar 2017

Ziel: Einmaliges für Ludwigsburg erreichen

Cliff Hammonds nimmt mit den MHP-Riesen beim Top Four in Berlin den Kampf mit den deutschen Spitzenklubs auf. Für den ehrgeizigen Spielmacher ist es gleichzeitig die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte.

Die Chance beim Schopf packen: Spielmacher Cliff Hammonds.Foto: Baumann
Die Chance beim Schopf packen: Spielmacher Cliff Hammonds.Foto: Baumann

Dem Meister das Leben schwer gemacht, den Überraschungscoup in der Fremde nicht vollbracht. Mit diesem Fazit kehrten die MHP-Riesen am Mittwoch von ihrem Bundesligaauftritt bei den Brose Baskets Bamberg zurück. „Wir haben alles gegeben. Am Ende haben wir gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt, hoffentlich machen wir es am Wochenende etwas besser“, resümierte Trainer John Patrick nach der 75:84-Niederlage und vor dem Pokal-Halbfinale gegen denselben Gegner am Samstag (20 Uhr) in Berlin.

Neben der herausragenden Leistung von Topscorer Drew Crawford setzte vor allem ein Routinier die wichtigen Akzente: Riesen-Spielmacher Cliff Hammonds. Von 2013 bis 2015 verdiente Hammonds seine Brötchen bei Alba Berlin. Beim 86:80-Erfolg im Pokalendspiel des Jahres 2014 glänzte er gegen Gastgeber Ulm mit 19 Zählern als bester Schütze. „Ich erinnere mich gern an meine Zeit in Berlin zurück“, sagt der 31-Jährige. „Aber natürlich denke ich nur an den Sieg.“

Cliff Hammonds weiß, wie Top Four geht. Und er weiß, dass es Chancen, die sich nur selten bieten, beim Schopfe zu packen gilt. Diese Erkenntnis treibt auch altgediente Spieler wie Kapitän David McCray (30) und Rocky Trice (32) an. „Wir haben die Chance, etwas Einmaliges für Ludwigsburg zu erreichen“, bringt es McCray auf den Punkt. Das Halbfinalduell erinnert an den ungleichen Kampf zwischen David und Goliath. Der Bundesligakrösus wird mit einem Saisonetat von 18 Millionen Euro eingestuft. Ludwigsburg ist mit schlanken vier Millionen notiert. „David gegen Goliath – und wer hat gewonnen?“ – David McCray kontert eine entsprechende Frage keck.

Kollege Hammonds zeigt sich als Realist und Kämpfer: „Bamberg hat die beste Bilanz aller Teams. Das heißt aber nicht, dass wir zurückstecken werden. Wir wollen in das Finale kommen.“ Den Spielgestalter, der im Schnitt über 33 von 40 Minuten auf dem Feld steht, inspiriert der Verlauf der Partien beim israelischen Meister Maccabi Rand Media (83:66) und gegen die Gießen 46ers (83:77). „Das Energielevel der Mannschaft ist gut. Wir hoffen, dass wir an die vorige Woche anknüpfen können.“

Hammonds muss seine ganze Erfahrung einbringen. Trotz seiner mittlerweile 31 Jahren ist er jederzeit in der Lage, die hohe Intensität der Ludwigsburger Abwehrarbeit mitzugehen. Deshalb predigt er seinen jungen Mitspielern professionelle Einstellung: „Es ist wichtig, auf den Körper zu achten und sich gesund zu ernähren.“ Mit diesem Erfolgsrezept schaffte er es 2014 und 2015 zum „Best Defense Player“ der BBL.

Der Profi, der schon in der Türkei, Puerto Rico, Griechenland, Frankreich und Bosnien-Herzegowina auf höchstem Niveau gespielt hat, liebt besondere Herausforderungen. „Wir wollen weiter wachsen und uns als Team verbessern“, nimmt Hammonds die ganze Mannschaft in die Pflicht.

von erich wagner
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