Basketball Champions League
Ludwigsburg | 10. Januar 2017

Zurück in die Europapokal-Form

Die beiden Bundesligapleiten gegen Jena und München sind Geschichte, seit gestern sind die Ludwigsburger Basketballer wieder im Europapokalmodus. Mit einem Sieg gegen AEK Athen können sie einen gewaltigen Schritt in Richtung direkte Qualifikation für die Play-offs machen. Tip-off in der Athener Olympia-Halle ist heute um 20 Uhr.

Sand im Getriebe: Jack Cooley (links) und Kelvin Martin konnten gegen den FC Bayern München nicht an die gute Form aus den Europapokalspielen anknüpfen. Heute will das Duo in Athen wieder für positive Schlagzeilen sorgen. Foto: Baumann
Sand im Getriebe: Jack Cooley (links) und Kelvin Martin konnten gegen den FC Bayern München nicht an die gute Form aus den Europapokalspielen anknüpfen. Heute will das Duo in Athen wieder für positive Schlagzeilen sorgen. Foto: Baumann

Um sechs Uhr in der Früh trafen sich die MHP-Riesen gestern vor der Ludwigsburger Rundsporthalle. Von Stuttgart aus nahm der Flieger via Zürich Kurs auf die griechische Metropole, wo heute Abend das vorentscheidende Spiel um den zweiten Tabellenplatz in der Champions League Gruppe E stattfindet. Die jeweiligen Gruppensieger sowie die besten drei Zweiten qualifizieren sich direkt für die Play-off-Runde.

Das Hinspiel hatten die Barockstädter mit 72:67 für sich entschieden. Tekele Cotton war mit 17 Punkten der Topscorer. Im zweiten Vergleich dürften die mit Titelambitionen gestarteten Athener hochmotiviert sein, zumal es für AEK nach zuletzt zwei Niederlagen auch noch darum geht das Ticket für die Play-offs in der Champions League zu lösen. Mit acht Siegen rangiert das Team von Trainer John Patrick hinter Besiktas Istanbul (9 Siege) auf dem zweiten Platz, gefolgt von Partizan Belgrad (7 Siege) und AEK Athen (6).

„Wir wollen zurück zu unserer Europa-form finden“, sagte Patrick nach der 65:75-Niederlage gegen Bayern München, die er auch am Tag darauf noch nicht wirklich verdaut hatte. Insbesondere die schwache Wurfausbeute machte dem Coach zu schaffen. „Barthel und Kleber waren für Jack Cooley einfach zu schnell“, legte er den Finger in die Wunde. Wie Cooley fiel Bazoumana Kone vorige Woche krankheitshalber aus, die Reise nach Athen konnte der 24-jährige Guard erst gar nicht antreten. Angeschlagen ging auch Chadd Toppert ins Spiel gegen die Bayern, im Training hatte sich der Dreier-Spezialist nach einem Rempler von Cooley eine Rückenblockade zugezogen.

Den ersten Eindruck von der mächtigen Olympia-Halle verschafften sich die Riesen bereits gestern Abend. Die OAKA Olympic Indoor Hall ist die Sportstätte im Olympia-Sportkomplex Athen. Die in der Athener Vorstadt Marousi gelegene Multifunktionshalle war Wettkampfort während der Olympischen Sommerspiele 2004.

Mittlerweile ist die Sporthalle Heimstätte von Panathinaikos Athen und der Basketballnationalmannschaft Griechenlands. Auch AEK, das am Samstag gegen Aris Saloniki in der nationalen griechischen Liga mit 81:61 gewann und somit den dritten Tabellenplatz verteidigte, hat in der 19 000 Zuschauer fassenden Olympia-Halle seine Heimstatt gefunden. Gegen Aris war Michael Dixon mit 19 Punkten der Topscorer im Team von Trainer Jure Zdovc.

Als positives Signal nahm Patrick aus der Niederlage vom Samstag, dass sein Team mit einer aggressiven Defensive die Bayern unter der 80-Punktemarke halten konnte. „Aber wir müssen unsre Angriffsprobleme in den Griff bekommen“, sagt der Coach, dem das heutige Spiel gerade recht kommt: Anders als in der Bundesliga ließen die Schiedsrichter auf internationalem Parkett das Spiel laufen, es wird flüssiger und schneller, was den Riesen natürlich entgegenkomme. „Wir müssen uns an beides gewöhnen“, sagte der Coach mit Blick auf die mitunter kleinlichen Schiedsrichterentscheidungen im Bayern-Spiel.

Seinen hochmotivierten Spielern dürfte diese Sichtweise recht sein. „Wir müssen mit Selbstvertrauen spielen. Wenn wir als Mannschaft zusammenspielen und den Ball gut bewegen, sind wir am stärksten. Genau das müssen wir auch in Athen zeigen“, sagte Drew Crawford. Auch er will zurück in den Europamodus.

von andreas steimann
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