Pokal-Achtelfinale
Ludwigsburg | 03. November 2016

An Tagen wie diesen gelingt alles

Die Kreisvertreter FSV 08 Bissingen und SGV Freiberg sind im WFV-Pokal immer für eine Überraschung gut. Das bewiesen sie mit den Achtelfinalsiegen gegen die Drittligisten VfR Aalen und SG Sonnenhof-Großaspach. Umso ausgelassener feierten die Pokalhelden ihren Triumph.

Kollektiver Jubel beim FSV 08 Bissingen nach dem Pokalcoup gegen den Drittligisten VfR Aalen. Foto: Baumann
Kollektiver Jubel beim FSV 08 Bissingen nach dem Pokalcoup gegen den Drittligisten VfR Aalen. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen/Freiberg. Nach dem Halbfinalsieg gegen die Stuttgarter Kickers (2:1 n.V.) im vergangenen Pokalwettbewerb schalteten die Nullachter mit dem VfR Aalen (5:3) erneut einen Drittligisten aus.

„Unser Trainer hat vor dem Spiel gesagt, von zehn Spielen verlieren wir neun, aber heute war das eine, das wir gewinnen“, erklärte Bissingens Alexander Götz. Der 24-Jährige wechselte im Sommer vom Lokalrivalen FV Löchgau an den Bruchwald und steuerte bei seinem starken Auftritt zwei Torvorlagen bei. „Wir sind ein bisschen mehr gerannt als der Gegner. Spätestens nach dem 3:0 haben sie gemerkt, dass wir es voll ernst nehmen. Wenn wir es dieses Jahr wieder ins Finale auf der Waldau schaffen, dann wollen wir gewinnen. Bis dahin ist es noch ein langer Weg, mit Aalen haben wir schon einen großen Stein aus dem Weg geräumt“, sagte Götz.

Mit seinem Treffer zum 1:0 läutete Spielführer Oskar Schmiedel den Pokalcoup ein. „Mit den drei schnellen Toren lief es natürlich hervorragend für uns. Wir sind auch nach dem Anschluss nicht eingebrochen. Dass es eng werden kann, gegen so einen Gegner, haben wir gewusst. Wir konnten immer zum richtigen Zeitpunkt nachlegen und haben deshalb auch verdient gewonnen“, meinte Schmiedel.

Ziemlich angefressen war Aalens Coach Peter Vollmann nach der Blamage: „Wenn man nach 30 Minuten mit 0:3 zurückliegt, dann hat man den falschen Einstieg in so ein Spiel gewählt. Wir sind nie richtig in die Zweikämpfe gekommen. Wir müssen die Schuld bei uns selber suchen.“ Einem Aufeinandertreffen der beiden Lokalrivalen möchte Bissingens Co-Trainer Andreas Lechner möglichst noch aus dem Weg gehen. „Wir wollen lieber zu Hause spielen“, hofft er.

Auch Freibergs Coach Ramon Gehrmann gab sich nach fulminanter Verlängerung mit vier Treffern und dem Sieg gegen den haushohen Favoriten Sonnenhof relativ zurückhaltend. „Man braucht natürlich etwas Glück, das hatten wir“, sagte Gehrmann und fügte hinzu: „Wir waren von der ersten Minute an voll da, nach dem 1:0 hat bei uns dann alles funktioniert.“

Bei seinen Schützlingen hörte sich das freilich schon ganz anders an. „Im Pokal ist alles möglich“, gab sich SGV-Kapitän Marco Pischorn direkt nach Abpfiff mit Blick auf das Viertelfinale bereits selbstbewusst, „wir wissen um unsere Qualität im Kader. Ich bin stolz auf die Mannschaft, jetzt zählt aber erst einmal wieder die Liga.“

Auf der anderen Seite stand Sonnenhof-Torwart Kevin Broll regungslos minutenlang an seinen Torpfosten gelehnt. Der Drittliga-Keeper hatte auf dem Sportplatz des Sechstligisten innerhalb von 14 Minuten vier Gegentore kassiert. „Das ist blöd gelaufen für uns“, brachte er völlig demoralisiert nur heraus, „wir haben einfach vorne unsere Tore nicht gemacht.“

Sonnenhof-Coach Oliver Zabel hatte an den Gegentreffern durch den Doppeltorschützen Spetim Muzliukaj, Michael Deutsche und Zvonimir Zivic hingegen ebenfalls noch lange zu knabbern: „Wir haben nach dem 0:1 unsere Linie verlassen und uns vom Gegner vorführen lassen.“

von ansgar gerhardt und Klaus Teicmann
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