Fußball
Ludwigsburg | 17. Februar 2017

Bezirksligisten behaupten ihren Weg

Die Winterpause neigt sich dem Ende entgegen, in der Fußball-Bezirksliga zeichnet sich ein Zweikampf im Titelrennen ab: SV Kornwestheim oder FC Marbach – nur das scheint die Frage. Wesentlich enger geht es im Abstiegskampf zu, denn bis zu fünf Teams könnte es treffen.

Ludwigsburg. Eitel Sonnenschein herrschte im Spätherbst beim SV Kornwestheim. Während man nach schwächerem Start das Feld von hinten aufrollte, büßte die Konkurrenz Punkt um Punkt ein. Mit fünf Zählern Vorsprung auf die zweitplatzierten Marbacher überwinterte der SVK schließlich und der Weg zur sofortigen Landesligarückkehr schien geebnet.

Doch dann überraschte der Verein vor 14 Tagen mit der Nachricht, dass man sich im Sommer von Trainer Markus Fendyk trennt. Zwar wirkt die Konstellation nicht wie ein Pulverfass, doch Fendyk weiß genau: „Als Trainer muss ich jetzt wachsam sein“. Vom anvisierten Umbruch im Kader ist derweil noch nichts zu spüren. Mit Tolunay Aydin (21 Jahre, kommt von Hellas Bietigheim) stieß lediglich ein Neuzugang hinzu.

Auf personelle Kontinuität setzt man auch beim Rivalen vom FC Marbach. Lediglich ein junger Perspektivspieler kam mit Maximilian Jonas (FV Ingersheim II). „Unser Ziel ist es, den zweiten Platz zu behaupten“, hält Trainer Chris Seeber nichts von einer Kampfansage an den SVK. Doch schon am zweiten Rückrundenspieltag erwartet der FC den Klassenprimus und könnte diesem mit einem Sieg gehörig auf die Pelle rücken.

Fünf Punkte hinter dem FC rangiert Überraschungsteam FV Löchgau II. Dessen Coach Erkan Olgun hält den Ball aber ebenfalls lieber flach: „Die beiden vorne haben viel Qualität. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn sie sich das noch nehmen lassen“, glaubt er. Mit Rückkehrer Gianluca Bellantoni (Brackenheim) und Berat Sertolli (Gemmrigheim) haben die Löchgauer aber in der Offensive ordentlich zugelegt.

Etwas mutiger ist dagegen Matthias Schmid von Germania Bietigheim. „Wir wollen schon unsere Chance suchen“, kündigt er an, denn man ist mit zwei Spielen in Rückstand und könnte bis auf vier Zähler an die Marbacher heranrücken. Verstärkt hat sich die Germania, der auch FC-Coach Seeber am ehesten zutraut, noch vorne einzugreifen, mit den Youngsters Mentor Dakaj und Dominik Genc.

„Wir müssen realistisch bleiben. Für unsere junge Mannschaft käme der Aufstieg noch zu früh“, sagt Michael Schwingenschlögel, der spielende Co-Trainer des Tabellenvierten FSV 08 Bissingen II, auch wenn er einräumt, dass es perspektivisch für den Topverein des Kreises sicher reizvoll wäre, wenn der Unterbau auf Landesligaebene spielen würde. Ebenfalls noch losen Kontakt zur Spitze hat nach durchwachsener Vorrunde der TSV Schwieberdingen, der sich mit Torhüter Mario Frey (TSG Backnang, früher 08 Bissingen und 07 Ludwigsburg) verstärkte. „So gut wie möglich abschneiden“, gibt der Sportliche Leiter Timo Balle vor und peilt einen Platz unter den ersten Sechs an.

Nach unten müssen sich dagegen die übrigen sechs Kreisvereine orientieren. Ganz schwer dürfte es für den FV Ingersheim werden. Nicht nur, dass man aus der letzten Startreihe ins Rennen geht, auch der Weggang von Patryk Jedrzejczyk (TSV Schornbach) und der lange Ausfall von Vassilios Kostakis (Mittelfußbruch) kosten Qualität, die man nicht mit Neuzugängen ausgleichen konnte. „Körperlich hat das Team einen Schritt nach vorne gemacht“, sagt Coach Marc Bachhuber, der sicherheitshalber seinen eigenen Spielerpass angefordert hat.

Ebenfalls auf einem Abstiegsrang überwinterte Hellas Bietigheim, bei dem Fritz Metsch als Trainer übernommen hat. Sechs Neuzugängen stehen vier Abgänge gegenüber. „Die Mannschaft ist ruhiger geworden“, freut sich Metsch, denn teaminterne Unruhe habe bislang manchen Punkt gekostet. Die Hoffnungen ruhen zudem auf Marco Montesano, der nach langer Verletzungspause vor dem Comeback steht.

Den Relegationsplatz hat derzeit der TV Aldingen inne, dessen Trainer Tobias Büttner vor allem auf die Rückkehr der Langzeitverletzten baut. „Mit Daniel Heidemann und Björn Beck sind zwei erfahrene Abwehrspieler wieder fit“, freut er sich und hofft auf mehr defensive Stabilität. Noch nicht ganz soweit ist Kapitän Marvin Nigl.

Vier Zähler mehr als der TVA hat der TSV Münchingen auf dem Konto. „Unsere Basis muss die kompakte Defensive bleiben. Torchancen bekommen wir gegen jeden Gegner“, sagt dessen Coach Ahmet Yenisen. Neu sind Nicolai Metzger, mit dem Yenisen schon beim TKSZ Ludwigsburg arbeitete, sowie die regionalligaerfahrenen Sedat Ibak (FC Homburg) und Mentor Morina (Kickers Offenbach).

Von Neuzugängen mit solcher Vita können dagegen die SGM Riexingen und der TSV Benningen nur träumen. „Wir haben ein kleines Polster und empfangen fast alle Konkurrenten noch zu Hause“, ist SGM-Trainer Karl Macioncyk aber zuversichtlich und würde den 10. Platz, den man derzeit einnimmt, mit Kusshand auch zum Saisonende nehmen. Personell hat sich bei den Riexingern nichts getan. Das sieht in Benningen anders aus, denn Torjäger Rui Carvalho hat sich zu 07 Ludwigsburg verabschiedet. „Das ist jetzt die Chance für andere Spieler, denn unser Spiel war schon sehr auf ihn zugeschnitten“, ist TSV-Coach Marc Reinhardt aber nicht bange. Neben zwei vorzeitig hochgezogenen A-Junioren kam mit Routinier Thomas Lembeck (VfR Großbottwar, früher TSF Ditzingen) ein gestandener Akteur hinzu.

von Bernd Seib
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