Zwischen Pflicht und Kür
Ludwigsburg | 17. März 2016

Tänzerinnen im Wasser

Oft belächelt, viel bestaunt: Synchronschwimmen zählt zu den außergewöhnlichsten Sportarten und ist doch zugleich die eleganteste Art, sich im Wasser fortzubewegen. Am Wochenende geben die besten Synchronschwimmerinnen aus sieben Vereinen des Landes in Ludwigsburg eine Kostprobe ihres Könnens.

118 Sportlerinnen im Alter zwischen neun und 25 Jahren haben zu den baden-württembergischen Meisterschaften gemeldet. Nach 2008 ist es für den Schwimmverein Ludwigsburg 08 das erste Mal, dass wieder derart hochkarätige Wettkämpfe in der Barockstadt ausgerichtet werden.

Während am kommenden Samstag im Bad der Pädagogischen Hochschule in der Reuteallee die technischen Pflicht-Disziplinen über die Bühne gehen, hat das Publikum am Sonntag im Stadionbad die seltene Gelegenheit, die Wassernixen in ihrer Kür einmal live zu bewundern.

Hinter Birgit Strobel und ihren Schwimmerinnen liegen harte Trainingswochen und eine anstrengende Organisationsarbeit. Zwei Tage vor Beginn der Wettkämpfe aber gibt sich die Trainerin optimistisch: „Bei den Wettkämpfen in der eigenen Stadt wollen wir ganz vorne mit dabei sein“, sagt sie. In vier Disziplinen gehen die Synchronschwimmerinnen ins Wasser, wobei Strobel in jeder Altersklasse Medaillenhoffnungen für den SVL 08 hegt. Lediglich in der anspruchsvollsten Disziplin, der Kombination, haben die Ludwigsburgerinnen keine Teilnehmerinnen gemeldet.

Umso höher sind die Erwartungen in den Solo-Wettkämpfen. Hier gehen in den Altersklassen der D-, C-, B- und A-Jugend sowie bei den Juniorinnen insgesamt sieben SVL-Schwimmerinnen an den Start, darunter die A-Jugendliche Valea Zimmer (Jahrgang 1999), die kürzlich auf der Sportlerehrung der Stadt mit der Bronzemedaille gewürdigt wurde, und als erfahrenste Juniorin Charis Keller (Jahrgang 1996).

In der Disziplin „Duett“ messen sich die Ludwigsburgerinnen Tabea Zacchari und Dora Milassin (Jahrgang 2002) unter anderem mit ihren Lokalkonkurrentinnen vom TV Markgröningen, Kim Bünemann und Lucy Birmelin. In der publikumswirksamen Disziplin „Gruppe“ ist der SVL mit drei Teams vertreten. Mit Vivien Eckert, Isabell Loths, Rosannah Seger, Valea Zimmer, Nadja Glaser, Alice Hungreder, Lena Jasch und Maja Ruthardt stellen sich die SVL-Nixen der Jahrgänge 1998 bis 2001 der Konkurrenz aus Karlsruhe und Schwenningen.

Ein Jahr der intensiven Vorbereitung auf diesen Saisonhöhepunkt haben die Ludwigsburger Synchronschwimmerinnen hinter sich. „Das ist enorm, wenn man bedenkt, dass am Ende eine zwei- bis zehnminütige Kür steht“, sagt Strobel, die sich der mehr als hundert Jahre alten Tradition des Synchronschwimmens in Ludwigsburg verpflichtet fühlt. Schon ihre Oma habe diesen Sport betrieben. Durch die Trainingsmöglichkeiten im Stadionbad und im neuen Campusbad sei der Sport für viele junge Sportlerinnen wieder interessant geworden. Bis zu 180 Besucher werden am Sonntag im Stadionbad am Berliner Platz erwartet.

von andreas steimann
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