TSV Münchingen hat den Ligaverbleib vor Augen
TSV Münchingen hat den Ligaverbleib vor Augen

Bietigheim-Bissingen. Im ersten Durchgang hatten die Freiberger ein leichtes Übergewicht und für die Bissinger kam es zu Beginn gleich zu einem Déjà-vu-Erlebnis. Im Aufstiegsendspiel vor drei Monaten benötigten die Gäste gerade einmal zwei Minuten für den Führungstreffer, diesmal musste das Coveli-Team ab der 4. Minute einem Rückstand hinterherlaufen.
Eine präzise Flanke von Sebastian Bortel köpfte Sven Franzen aus sechs Metern zum 0:1 in die Maschen. Die Bissinger kämpften sich in die Begegnung und hatten bei einem Freistoß von Nebih Kadrija (12.) aus 30 Metern Pech, dass SGV-Torwart Henning Bortel den Ball gerade noch an den Pfosten lenken konnte.
Das Spiel wogte hin und her mit Chancen auf beiden Seiten. Noch vor dem Seitenwechsel musste Trainer Gianni Coveli zweimal verletzungsbedingt auswechseln, nachdem sich Kadrija und Hasan Morina jeweils Oberschenkelblessuren zugezogen hatten und er keine langwierigen Ausfälle riskieren wollte. In der 41. Minute zielte Sebastian Bortel nach einer Flanke von Marian Asch das Leder aus 14 Metern knapp am Bissinger Gehäuse vorbei.
Mit neuem Elan kamen die Nullachter aus der Kabine und nach einem Eckball von Mario Di Biccari köpfte Kürsat Göktas (47.) den 1:1-Ausgleich. Innerhalb von zwei Minuten rückte Ex-Bundesligaschiedsrichter Michael Kempter in den Mittelpunkt der Partie. Zunächst verweigerte er nach einer Attacke von Niko Rummel an Mario Klotz (48.) den Nullachtern einen Strafstoß, zeigte aber auf der Gegenseite bei einem Zweikampf von Germanos Kosmidis an Franzen (50.) auf den Punkt, was den Bissinger Anhang erzürnte. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Spetim Muzliukaj (51.) sicher zur erneuten Freiberger Führung.
Nur zwei Minuten später warteten die Bissinger nach einem Zweikampf zwischen Demir Januzi und Domenico Botta vergeblich auf einen Pfiff des Unpartei- ischen. Die Bissinger blieben einfach stehen und die Gäste nutzten dies eiskalt aus. Mit dem Außenrist über den herauslaufenden 08-Torwart Sven Burkhardt hinweg erhöhte Michael Schürg (53.) auf 1:3.
Danach war richtig Feuer im Spiel und die Emotionen kochten auf beiden Seiten hoch. „In der letzten halbe Stunde hat keine Mannschaft mehr sauber gespielt, da ging es nur noch mit Fouls zu. Aber so muss es im Derby ja sein, so lange keine größeren Verletzungen passieren“, meinte Di Biccari, einer der besten Akteure auf dem Platz.
Ein unnötiges Foulspiel von Burkhardt an Marian Asch (57.) im Bissinger Strafraum blieb von Kempter ungeahndet. In der 60. Minute sah Sebastian Bortel nach einem groben Foulspiel an Fabian Dietz die Rote Karte, nachdem fünf Minuten vorher Dietz nach einem harten Einsteigen gegen Bortel die Gelbe Karte gesehen hatte. In Unterzahl spielten die Gäste auf Zeit und kurz vor Schluss wurde es noch einmal spannend. Nach einem Foulspiel von Januzi an Daniel Spieth an der Strafraumgrenze verkürzte Botta (83.) mit dem anschließenden Freistoß aus 18 Meter auf 2:3. Die Nullachter warfen alles nach vorne, doch sowohl der Kopfball von Ümit Genc (87.) als auch die Direktabnahme von Dietz (90.+1) nach einem Eckball fanden nicht den Weg ins Freiberger Tor.
FSV 08 Bissingen: Burkhardt – Kadrija (29. Reich), Morina (37. Dietz), Lechner, Kosmidis – Botta, Adamos, Di Biccari, Göktas (73. Spieth) – Genc, Klotz.
SGV Freiberg: Henning Bortel – Rummel, Sebastian Bortel, Zagaria, Franzen (78. Del Genio) – Asch, Wilczynski, Kovac (46. Januzi), Leibold (46. Kutlu) – Muzliukaj, Schürg.
Tore: 0:1 Franzen (4.), 1:1 Göktas (47.), 1:2 Muzliukaj (51./Foulelfmeter), 1:3 Schürg (53.) 2:3 Botta (83.).
Rote Karte: Sebastian Bortel (60.).
Schiedsrichter: Michael Kempter (Sauldorf). – Zuschauer: 900.




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