Neckar Riesen heute nach Ulm
06. Oktober 2012

Basketball-Knüller vor 6000 Zuschauern

Der klare Auftaktsieg gegen die schwachen Frankfurter ist abgehakt. Heute (19 Uhr) wird Basketball-Bundesligist Ludwigsburg vom deutschen Vizemeister in Ulm geprüft. 6000 Fans bilden beim schwäbischen Derby eine grandiose Kulisse.

Fokussiert: Lucca Staiger und Trainer Steven Key.
Fokussiert: Lucca Staiger und Trainer Steven Key.
Foto: Baumann

Ludwigsburg. Die Vorfreude im Lager der Neckar Riesen ist schon beim Training am Donnerstagabend zu spüren. Coach Steven Key und sein Assistent Alan Ibrahimagic scheuchen die Profis das Feld rauf und runter. Der Rückenwind des 74:56 über die Skyliners weht durch die Rundsporthalle, verleiht Selbstvertrauen für die hohe Hürde in Ulm.

Die Quote bei den Freiwürfen, mit denen die Verschnaufpausen ausgefüllt werden, kommt dicht an die 100-Prozent-Marke heran. Ibrahimagic lacht und wehrt die Vorschusslorbeeren ab. Er weiß, dass sich das Ganze im ratiopharm-Schmuckkasten vor 6000 Zuschauern etwas anders anfühlen wird als in der altehrwürdigen Rundsporthalle.

Der komplette Kader – einschließlich Tim Koch und Ivan Elliott – huscht leichtfüßig übers Parkett. Bei Koch macht Steven Key aber gleich noch eine Einschränkung. Für den Flügelspieler komme das Derby nach seiner Bänderverletzung im Sprunggelenk noch zu früh. „Das wäre zu riskant“, geht Key auf Nummer sicher.

Seinen ersten Einsatz nach einer ähnlichen Verletzung hat Elliott schon gegen Frankfurt absolviert. „Ivan war die Überraschung, holte vier Rebounds in 17 Minuten – das war wichtig für sein Selbstvertrauen“, freut sich Key für seinen Power Forward.

Luft nach oben haben noch alle Riesen. Der Coach sieht sein Team momentan bei 70 Prozent. An der Feinabstimmung, am blinden Verständnis werde unablässig gefeilt: „Jeden Tag wollen wir ein bisschen besser werden.“ In Ulm tritt Ludwigsburg als Außenseiter an – nicht die schlechteste Ausgangsposition.

Trotz großer Personalnot behaupteten sich die Ulmer am Mittwoch im Verlängerungskrimi in Braunschweig. Das 92:91 markierte Philipp Schwethelm mit zwei verwandelten Freiwürfen zwei Sekunden vor Schluss.

Auf der Homepage des Vereins bezeichnet Trainer Thorsten Leibenath Ludwigsburg als harte Nuss – „kämpferisch stark mit klarer Struktur“. Er hat großen Respekt vor den neuen Neckar Riesen.

Leibenath hofft, dass der Ex-Ludwigsburger Dane Watts heute seine lange Garde um Supermann John Bryant verstärken kann. Der angeschlagene Keaton Nankivil muss wohl noch pausieren. Im Spielaufbau wird der Ulmer Wirbelwind Per Günther von den Neuzugängen Allan Ray und Lance Jeter unterstützt. Ihnen wollen Ludwigsburgs Antreiber Kammron Taylor, Joshua Jackson und Lucca Staiger heute Sand ins Getriebe streuen.

Erich Wagner
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