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„Die Mannschaft hat eine innere Stärke zurück“

Ludwigsburg – Gerade noch rechtzeitig ist Basketball-Bundesligist EnBW Ludwigsburg in Fahrt gekommen und hat wieder Chancen auf die Play-off-Teilnahme. Am Samstag (19.30 Uhr) soll die Erfolgsserie gegen die Telekom Baskets Bonn fortgesetzt werden.

Bild: Baumann

EnBW-Vorsitzender Alexander Reil appelliert an die Fans, in der heißen Phase wie ein Mann hinter den gelben Riesen zu stehen. „Unsere Mannschaft lebt von dieser Unterstützung“, erinnert er an die hart erkämpften Heimsiege gegen Göttingen, Paderborn und Gießen, bei denen sich die EnBW jeweils erst in der Verlängerung durchgesetzt hatte.

Herr Reil: Der EnBW-Express ist ins Rollen gekommen. Wie groß ist die Erleichterung?
Alexander Reil:
Es ist schön, wieder mitten im Geschäft zu sein. Die Heimpartie gegen Bonn wird ein Topspiel. Bonn ist Vizemeister, wir haben von den letzten sechs Spielen fünf gewonnen.

Wie haben Sie den Derby-Sieg in Ulm erlebt?
Der Druck, den man spürt, ist enorm. Natürlich hat das Spiel eine besondere Bedeutung gehabt. Als wir dann gewonnen hatten, war es eine unheimliche Erleichterung. Aber am Morgen danach ist dann auch wieder klar geworden, dass es nur ein Schritt war.

Die Revanche für die schlimme Schlappe im vergangenen Jahr ist geglückt. Empfanden Sie eine gewisse Genugtuung?
Ich will es mal so sagen: Wir haben eindeutig bewiesen, dass in Baden-Württemberg keiner besser ist als wir.

Vom 21. November 2009 bis 31. Januar 2010 hat das EnBW-Team von elf Begegnungen neun verloren. War der Stuhl von Trainer Tolga Öngören in Gefahr?
In solchen Phasen ist immer leicht zu sagen, es liegt am Trainer. Aber man muss einen Glauben daran haben, dass die Person die richtige ist und dass es positiv ist, weiter zusammenzuarbeiten.

Wie ist es den Verantwortlichen gelungen, die Mannschaft aus der Krise heraus zu führen und auf Kurs zu bringen?
Wir haben an anderen Stellschrauben gedreht. Tatsache ist, dass die Mannschaft stärker geworden ist, seit Kyle Bailey nicht mehr spielt. Das Zusammenspiel hat sich verbessert.

Baileys Nachfolger als Spielmacher, Ronald Thompson, stand zuletzt in Ulm aber nur 15 Minuten auf dem Feld.
Natürlich kann man sagen, er habe in den letzten beiden Spielen nicht ganz überzeugt. Aber was mir an Thompson gefällt, ist seine Körpersprache. Für uns war es wichtig, dass wir uns mannschaftlich um zehn Prozent steigern. Entscheidend ist, dass wir nicht abgefallen und acht Spiele vor Schluss immer noch an den Play-off-Plätzen dran sind. Die Mannschaft hat eine innere Stärke zurück.

Kann Ludwigsburg auch die Bonner bezwingen?
Es ist jetzt enorm wichtig, dass wir gegen Bonn eine großartige Unterstützung erfahren. In der Arena hat sich das immer positiv ausgewirkt und wir haben dadurch auch enge Spiele noch herumgerissen. Unsere Mannschaft lebt von dieser Unterstützung und Emotionalität. Aber Bonn ist ein hammerharter Gegner. Darauf zu spekulieren, dass die nur mit 70 Prozent antreten, ist unrealistisch.

Gespräch: Erich Wagner

18. März 2010
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