
Benningen. Aufregende Tage erlebte der 40-jährige Benninger Antonio Silvestri bei den Olympischen Spielen in London. Der Kampfrichterreferent des Deutschen Ringer-Bundes stand bei seiner Olympia-Premiere an allen acht Wettkampftagen auf der Matte und war bei vier Finalkämpfen im Einsatz.
„Die Stimmung war unbeschreiblich, an allen Wettkampftagen war die Halle restlos ausverkauft“, berichtet der Benninger Referee. Gleich am ersten Wettkampftag wurde Silvestri bei den Männern im griechisch-römischen Stil mit einem Finalkampf belohnt, den er sogar als Mattenpräsident leiten durfte.
Bei den Frauen-Wettkämpfen stand der Bereichsleiter der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft in Ludwigsburg gleich zweimal als Kampfrichter auf der Matte und leitete dabei auch das Duell im Limit bis 63 Kilogramm zwischen Kaori Icho aus Japan und der Chinesin Rui Xue Jing.
„Das war der Wahnsinn, die japanischen Fans haben ihre Athletin nach dem Kampf lautstark gefeiert“, beschreibt Silvestri den Hexenkessel. Dies nicht ohne Grund, denn Kaori Icho sicherte sich in London nach 2004 in Athen und 2008 in Peking bereits zum dritten Mal die Goldmedaille in dieser Gewichtsklasse.
Während des entscheidenden Duells um Gold bekam Silvestri vom Trubel abseits der Matte nichts mit: „Ich war total auf den Kampf fokussiert. Erst danach habe ich realisiert, was in der Halle los war.“ Zum Abschluss wurde Silvestri für seine hervorragenden Leistungen vom Weltverband Fila nochmals mit einem Gold-Duell belohnt. Beim Freistilturnier der Männer fungierte der Benninger im Finale der Kategorie bis 66 Kilogramm zwischen dem Japaner Tatsuhiro Yonemitsu und dem Inder Sushil Kumar nochmals als Mattenpräsident.
„Nach der Geburt meines Sohnes David im April waren die Spiele in London mein zweites Highlight in diesem Jahr“, lautet Silvestris Bilanz 2012. Verlassen kann sich der Benninger dabei stets auf seine Frau Victoria, die in der Heimat die Kämpfe vor dem Bildschirm verfolgte.





