TSV Münchingen hat den Ligaverbleib vor Augen
TSV Münchingen hat den Ligaverbleib vor Augen

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Der „Fall Jerry Green“ hat nicht nur einen bitteren Beigeschmack, er ist ein Paradebeispiel dafür, mit welch harten Bandagen im Profisport heutzutage um Verträge, Leistung und Erfolg gerungen wird.
Jahrelang – auch vor der Saison 2010/2011 – galt Jerry Green über die Kreisgrenzen hinaus als das Aushängeschild des Ludwigsburger Basketballs. Von den Fans verehrt, von der Bundesliga 2006 als bester Spieler der Saison gekürt, gab sich der scheue US-Boy als der Vollprofi, wie man ihn gerade unter Basketballern hierzulande nur selten antrifft.
Und dieses Bild soll sich innerhalb von zwei Jahren ins Gegenteil gewendet haben? Jerry Green als der unmotivierte, verletzungsanfällige Oldie, der als Abzocker den Verein schröpft und ihm den Weg nach Jahren der sportlichen Bescheidenheit in eine bessere Zukunft versperrt?
Charakterlich, so sagt Alexander Reil, sei er von Jerry Green besonders enttäuscht. Ein Spieler seines Kalibers müsse sich den „Arsch aufreißen“ – private Sorgen, körperliche Verletzungen oder psychische Probleme hin oder her. Die fristlose Kündigung hat nicht nur unter den Ludwigsburger Fans für Empörung gesorgt. In Basketballkreisen hat das Bild von Fairness und Sorgfaltspflicht gegenüber den Spielern eines Vereins durch das Ludwigsburger Verhalten insgesamt Schaden genommen.
Eines steht fest: Ungeachtet der hohen Summe, die Jerry Green den Verein – selbst bei einer Nichtberücksichtigung – gekostet hätte, ist der jetzt angerichtete Schaden größer. Jeder weiß: Der Verein hätte sich auch anders verhalten können. Nun hat er Fakten geschaffen, die Rechnung muss er selbst begleichen.




TSV Münchingen hat den Ligaverbleib vor Augen

