Frechheit siegt gegen Erfahrung
Wenn nichts mehr geht, dann müssen die Jungen die Kohlen bei der EnBW Ludwigsburg aus dem Feuer holen. War es im Heimspiel gegen Göttingen noch Ziyed Chennoufi, der die Herzen der Zuschauer und seines Trainers Tolga Öngören mit vorbildlichem Einsatz erwärmte, so dürfte spätestens nach der Vorstellung gegen Paderborn ein anderer Youngster den endgültigen Durchbruch zum Führungsspieler geschafft haben: David McCray, seit langem für seine Frechheit und die Fähigkeit bekannt, gerade in kritischen Situationen Freund und Feind überraschen zu können, wurde in der Schlussphase zum Matchwinner. Früher, so der 23-jährige Point Guard, habe er nur selten für Würfe von der Dreimeterlinie den Mut aufgebracht. Auch gegen Paderborn gingen fünf von sieben Versuchen daneben. Dann aber traf McCray in den letzten Sekunden der Verlängerung gleich zweimal, womit der Grundstein zum Sieg gelegt war. „Wir müssen raus aus dem Loch“, will sich McCray mit dem Erreichten nicht zufriedengeben und sein Augenmerk auf die Play-offs richten.
Auch Öngören ist von seinem neuen Spielmacher, der zumindest am Samstag den erfahrenen Kyle Bailey vergessen ließ, begeistert. „Was er macht, ist wunderbar, er ist relaxed und selbstbewusst. Die Entscheidung, ihm mehr Einsatzzeit zu geben, war genau richtig.
von Andreas Steimann
07. Februar 2010