08.10.2012

Ludwigsburg bezwingt Vizemeister

Ein sensationeller Dreier-Wurf von Nationalspieler Lucca Staiger hat den Neckar Riesen Ludwigsburg den Weg in die Verlängerung und zum kaum mehr für möglich gehaltenen 91:84 (32:30, 73:73)-Sieg gegen den deutschen Vizemeister Ulm geebnet.

Intensives Duell: Kammron Taylor fliegt am Ex-Ludwigsburger Dane Watts vorbei. Links beobachtet John Turek die Szene.

Ulm/Ludwigsburg. 4:0 Punkte, stolzer Tabellenführer der Basketball-Bundesliga (BBL) – einen solchen Start hatte kaum jemand der neuformierten Truppe von Steven Key zugetraut. Bei 70 Prozent taxierte der Trainer im Vorfeld des Derbys den momentanen Leistungsstand seines Teams – das lässt für die bevorstehenden schweren Spiele allerhand erwarten.

Kampfgeist und Zusammenhalt scheinen schon jetzt bei fast 100 Prozent zu stehen. Nur so lässt sich der geniale Kraftakt erklären, mit dem in der mit 6000 Zuschauern ausverkauften ratiopharm-Arena eine schon verlorenen geglaubte Partie noch aus dem Feuer gerissen wurde.

Als der Ulmer Philipp Schwethelm nur einen seiner zwei Freiwürfe zur 73:70-Führung verwandelte, leuchteten auf der Anzeigetafel nur noch 1,5 Sekunden Spielzeit. Key nahm eine Auszeit, der folgende Spielzug riss die Riesen-Fans von den Sitzen. Wayne Bernards weiter Einwurf über das ganze Feld erreichte Lucca Staiger, der mit einem Wahnsinnsdreier Dreier tatsächlich den Gleichstand erzwang.

Ein Nackenschlag für die personell geschwächten Ulmer, die schon am Mittwoch bei ihrem knappen Erfolg in Braunschweig in der Verlängerung viel Kraft gelassen hatten. Das Momentum lag plötzlich auf Seiten des Außenseiters, insbesonders bei Teufelskerl Staiger. Mit einem Korb nach Bernards Offensivrebound und zwei verwandelten Freiwürfen eröffnete der 24-Jährige die Overtime. Kammron Taylor ließ einen Dreier folgen, Ivan Elliott gar das 82:76 nach Taylor-Assist. Als wenig später Elliott einen Block gegen Riese John Bryant setzte und David Weaver sich den Defensivrebound angelte, war Ulms Widerstand endgültig gebrochen. Die größeren Reserven mobilisierte Ludwigsburg in einem Schlagabtausch von höchster Intensität.

Die Neckar Riesen stellten das ausgeglichenere Team. Bei Ulm konnten es Bryant (22 Punkte) und Lance Jeter (20) letztlich nicht alleine richten. Der Mann des Spiels hieß Lucca Staiger, der neben 24 Zählern noch acht Rebounds sammelte. Bernards Ruhe und Kaltschnäuzigkeit in Schlüsselszenen sind Gold wert für die Mannschaft, die ihn nicht von ungefähr zum Kapitän bestimmt hat.

Kammron Taylors Wurfquote ließ zu wünschen übrig, doch als es darauf ankam, war der Spielmacher da. Und für die diesmal nicht so effektiven John Turek und David Weaver sprang der geschmeidige Ivan Elliott in die Bresche.

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