
Neue Arena, neue Gesichter und neue Ziele

Kevin Gaudet hat als Trainer schon einiges erlebt. Doch die vergangene Saison beim Eishockey-Zweitbundesligisten SC Bietigheim-Bissingen dürfte den 48 Jahre alten Kanadier so viel Kraft und Nerven wie selten zuvor gekostet haben.
„Eine Abstiegsrunde“, flehte Gaudet, „soll es in meinem Leben nie wieder geben.“ Die Steelers zogen zwar am Ende den Kopf noch aus der Schlinge und durften sich zwischendurch sogar ganz unverhofft als deutscher Pokalsieger feiern lassen, doch allzu oft enttäuschte der Meister von 2009 seine Anhänger.
Der Mannschaft fehlte die Qualität, zudem wurde sie heftig vom Verletzungspech gebeutelt. Trainer Daniel Held kostete der Absturz mitten in der Runde den Job und Ende November wurde Gaudet als neuer Bandenchef geholt.
„Ich habe viel gelernt über die Liga“, sagte der Kanadier nach dem Happy End und zog seine Konsequenzen. Er krempelte den Kader kräftig um, holte neun neue Spieler und besetzte die Positionen nach seinen Vorstellungen – im Rahmen des Vorjahresetats, der bei rund 1,5 Millionen Euro lag.
Bei der Frage nach den Saisonzielen hält sich Gaudet noch bedeckt: „Jetzt müssen wir abwarten, wie der Kader zusammenwächst. Im Oktober weiß ich dann mehr.“ Auf jeden Fall soll den Steelers-Fans in der neue Eisarena, in der noch vor Weihnachten das erste Punktspiel steigen soll, attraktives Powerhockey geboten werden.
Damit sich die Schwaben im Spiel nach vorne entfalten können, benötigt man einen sicheren Rückhalt. Der neue Torhüter Jochen Vollmer kam aus Crimmitschau und bringt DEL-Erfahrung mit ins Ellental. Gaudet ist überzeugt davon, dass der 32 Jahre alte Keeper „uns die Chance gibt, uns offensiv zu entwickeln.“
Dort, im gegnerischen Drittel, wird besonders viel von zwei Slowenen erwartet. Über die Brüder David und Marcel Rodman musste Kevin Gaudet kaum Infos einholen, schließlich hatte er die beiden Stürmer schon zu seiner Zeit als Trainer der Vienna Capitals unter seinen Fittichen.
Vor dem Punktspielauftakt am 21. September daheim gegen den ESV Kaufbeuren wollen die Steelers am Sonntag zunächst die erste Aufgabe im Pokalwettbewerb des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) lösen. Als Titelverteidiger gelten die Schwaben natürlich als Favorit beim Süd-Oberligisten Selber Wölfe.