
Männer und Frauen setzen auf glatte Haut

Die Zeiten scheinen vorbei zu sein, als der Brustpelz beim Mann als attraktiv galt, heute ist Enthaarung nicht nur aus hygienischen, sondern auch aus ästhetischen Gründen bei beiden Geschlechtern ein Thema. Ob am Strand oder im Fitnessstudio, ob im kurzen Kleid oder in den Shorts, Männer und Frauen zeigen heute gerne makellose Haut.
Eine gängige Methode, sich der Haare zu entledigen, ist dabei die Nassrasur. Rasierschaum sorgt dafür, dass die Klinge gut über die Haut rutscht. Frauen sollten aber keine Rasierer für Männer verwenden, da das Barthaar härter und die Männer-klinge somit auch schärfer ist als bei speziellen Produkten für Frauen. Mit der Trockenrasur kann man die Härchen ebenfalls wirkungsvoll entfernen, doch ob nass oder trocken, der Nachteil dieser Methoden wird schnell offensichtlich: Nach spätestens drei Tagen ist die Haut wieder stoppelig.
Wirkungsvoller ist hier das Epilieren. Die speziellen Geräte wirken wie mehrere Pinzetten und reißen die Haare samt Wurzeln heraus, nach einer Anwendung hat man vier Wochen Ruhe. Das trifft auch auf die Behandlung mit flüssigem Warmwachs oder mit Kaltwachsstreifen zu. Der Nachteil: Das Herausreißen der Haare ist sehr schmerzhaft, nach mehreren Anwendungen verläuft die Prozedur jedoch entspannter ab, da nur 30 Prozent der Haare gleichzeitig nachwachsen.
Es geht aber auch ohne Schmerzen, dafür mit umso mehr Chemie. Enthaarungscremes enthalten chemische Wirkstoffe, die das Keratin, den Hauptbestandteil des Haares, lösen. Das Haar stirbt ab und kann mit einem Spachtel entfernt werden. Wer empfindliche Haut hat, sollte hier aber vorsichtig sein. Inzwischen sind aber auch ganz neuartige Möglichkeiten auf dem Markt, die eine dauerhafte Haarentfernung versprechen. Mit der IPL-Methode (Intense Pulsed Light), einer Weiterentwicklung der Lasertechnik, wird pulsierendes Licht an behaarte Körperregionen gelenkt. Das die Haarwurzel versorgende Blutgefäß wird dadurch verödet und kann keine neuen Haare mehr produzieren. Das Problem: Da dieser Effekt nur bei Haaren in bestimmten Wachstumsphasen funktioniert, sind mehrere Behandlungen nötig, entsprechend hoch sind die Kosten. Die Technik funktioniert außerdem am besten bei dunklen Haaren.
Auf der IPL-Technologie basiert überdies das INOS-Behandlungssystem, bei dem UV-freies Licht auf die Hautoberfläche trifft und zu den Wurzeln geleitet wird. Das Haar fällt aus und kann nicht neu gebildet werden.
Auch wenn die Körperhaare dünner als die auf dem Kopf sind, werden sie meist als störend empfunden, zumal der Flaum im Lauf der Evolution seine Funktion verloren hat. Er sollte nämlich ursprünglich vor starker Sonneneinstrahlung schützen und warm halten. Die feinen Haare machten einst auch Parasiten zu schaffen. Sie brauchten nämlich deutlich mehr Zeit, um eine Einstichstelle zu finden und liefen somit Gefahr, entdeckt zu werden. Schuld an der unliebsamen Körperbehaarung sind die Androgene, also die männlichen Sexualhormone. Aufgrund der unterschiedlich hohen Androgen-Ausschüttung bei der Frau und beim Mann entwickelt sich die Körperbehaarung geschlechtsspezifisch.
Während bei vermehrter Androgenzufuhr das Wachstum des Kopfhaares zurückgeht, wird das des Körpers stimuliert. Das zeigt sich nicht nur in der Pubertät, sondern auch bei künstlicher Androgenzufuhr wie beispielsweise bei der Einnahme von Steroiden. Beim Doping mit Anabolika wird also nicht nur das Wachstum der Muskeln sondern auch das der Körperhaare angeregt. Bereits im Altertum galt der haarlose Körper als Schönheitsideal. Auch im mittelalterlichen Europa wurden Körperhaare gekürzt oder entfernt. Seit einigen Jahrzehnten gibt es in den westlichen Industrienationen die Tendenz zur Enthaarung des gesamten Körpers.