

Beten vor dem Abflug: Orte der Stille am Flughafen
Vom Himmelbett reicht der Blick vorbei an ein paar Kokospalmen direkt auf den weißen Sandstrand. Dort legen die hölzernen Boote der Fischer mit ihren riesigen Trapez-Segeln an, Frauen tragen den Fang des Tages in Schüsseln auf dem Kopf weg. Ihre Spuren im Sand wird in ein paar Stunden die Flut wieder wegtragen. Das Paradies wirkt auf der mosambikanischen Insel Benguerua ganz nah.
Drei Lodges gibt es auf dem sandigen 55-Quadratkilometer-Eiland, das seit 1971 Teil des Bazaruto Archipel Nationalparks ist. Wer hier wohnen will, braucht viel Geld – oder Glück. „Gewinne ein Inselparadies“, heißt die jetzt gestartete Kampagne, von der sich das Land einen Schub für den Tourismus erhofft.
Dass Mosambik auf dem Weg zu einem Urlaubsziel von internationalem Format Ambitionen hat, ist schon bei der Anreise nicht zu übersehen. Der Flughafen der Hauptstadt Maputo verwandelt sich aus der alten Barackenform gerade in einen schicken Glaspalast, das Hauptgebäude ist bereits fertig. Neue Teerstraßen haben das Land in den vergangenen Jahren zugänglicher gemacht, und auch das Netz an Hotels und Herbergen wird entlang der endlosen Strände am warmen Indischen Ozean nach und nach dichter.
Kamen vor drei Jahren noch vier von fünf Besuchern aus dem benachbarten Südafrika, ist es jetzt nur noch jeder Zweite – der Markt für europäische und amerikanische Touristen wächst. Und das, obwohl die Visapflicht und die hohen Flugpreise etliche Touristen nach wie vor abschrecken.
In nächster Zeit (www.winanislandparadise.com) soll eine Webseite zur Verlosung online gehen. Per kostenpflichtiger SMS können Urlauber ihr Glück versuchen. 15 Kandidaten aus allen Teilen des Globus sollen in eine Finalrunde einziehen, bei der in einer TV-Show der Hauptpreis vergeben wird. Dem Gewinner winken für 25 Jahre je zwei Wochen Urlaub in einer 280-Quadratmeter-Villa am Strand, die ersten drei Jahre sind zudem Flüge und Verpflegung inklusive.
Profitieren dürften dann auch die Seekühe, deren letzte gesunde Population von 150 bis 200 Tieren vor den Küsten des Archipels über den Seegrasbänken weidet. Die vegetarischen Meeressäuger sind durch illegale Netzfischerei bedroht, die Lodge, in der die Gewinner unterkommen, hat den Nationalpark-Rangern die nötigen Boote für die Verfolgung der Wilderer bereitgestellt.
Die 3000 Insulaner hielten sich bereits an die Fischereivorschriften, sagt die Biologin Karen Allen, die als Leiterin des Seekuh-Schutzprojektes auf der Insel lebt. „Probleme machen die Fischer, die vom Festland rüberkommen.“
Die natürlichen Voraussetzungen für eine wachsende Reisebranche sind lange vorhanden. Neben den Seekühen tummeln sich an den Riffen zwischen den Inseln unzählige Fische und fünf Meeresschildkröten-Arten.
Die Gewässer vor den Inseln zählen darüber hinaus zu den besten Fischgründen im südlichen Afrika für Marline und Segelfische. Verwegene südafrikanische Angler, die über Tausende Kilometer mit ihren eigenen Booten anreisen, wissen das schon lange.





Beten vor dem Abflug: Orte der Stille am Flughafen
