21. September 2012

Adidas bekommt Reebok nicht zum Laufen

Carlsbad/Herzogenaurach (dpa) - Der Sportartikelkonzern Adidas kann bei seiner Jagd nach neuen Rekorden nicht auf seine Tochter Reebok setzen. Das Sorgenkind im Konzern, das in diesem Jahr als einzige Adidas-Sparte einen Umsatzrückgang ausweisen wird, könne auch in den kommenden Jahren nicht die Erwartungen erfüllen.

Reebok
Reebok, die US-Tochter des Sportartikelherstellers Adidas, schwächelt weiter. Foto: Daniel Karmann
dpa

Das machte Adidas-Chef Herbert Hainer am Freitag während eines Investorentages im kalifornischen CarlsBad klar. Zwei Milliarden Euro Umsatz werde Reebok bis zum Jahr 2015 erwirtschaften. Das ist eine Milliarde weniger als Adidas in seiner vor zwei Jahren entworfenen Strategieplanung versprochen hatte.

Die mittelfristige Prognose für den Gesamtkonzern bestätigte Adidas hingegen. Bis 2015 soll der Umsatz nach wie vor auf 17 Milliarden Euro steigen. Vielleicht sei auch ein bisschen mehr drin, deutete Hainer an. Auch gehen die Franken weiterhin davon aus, dass 2012 für den Dax-Konzern ein Superjahr wird: Adidas erwartet einen Rekordgewinn von 770 bis 785 Millionen Euro, das entspricht einem Plus von 15 bis 17 Prozent zum Vorjahr. Der Umsatz soll währungsbereinigt um etwa zehn Prozent steigen. Die Adidas-Aktie verlor am Mittag dennoch wegen Gewinnmitnahmen 1,63 Prozent auf 64,52 Euro.

«Wir können nicht behaupten, dass wir bereits auf dem Pfad hin zu einem nachhaltigen weltweiten Erfolg sind», sagte Hainer laut Redemanuskript mit Blick auf Reebok. Dennoch sei er überzeugt, das Reebok das Potenzial habe, sich als die führende Fitnessmarke zu etablieren. In den zurückliegenden Jahren hatte das Unternehmen den Toning-Trend losgetreten, bei dem die Produkte beim Muskelaufbau helfen sollen. Aktuell fehlen Reebok aber Produkt-Neuheiten, um die Umsatzmaschine auf Touren zu halten.

Dafür läuft es bei den anderen Marken im Konzern derzeit umso besser. Für die Stammmarke Adidas hob Hainer die Prognose deutlich an. Bis 2015 soll sie dank der Zuwächse bei Fußball-, Basketball- oder Laufprodukten nun knapp 13 Milliarden Euro Umsatz erzielen - fünf Prozent mehr als geplant. Insgesamt sieht der Vorstandschef sein Unternehmen deshalb auf Kurs: «Unser Geschäftsmodell ist grundsolide.» Der Adidas-Konzern könne sich auch in dem derzeit stürmischen konjunkturellen Umfeld behaupten.

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