02. Oktober 2012

Merkel fordert mehr Forschung im Osten

Leuna (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert von ostdeutschen Unternehmen mehr Forschung und Innovation. «Das Potenzial, neue Wege zu gehen, ist da», sagte sie bei der Eröffnung des Fraunhofer-Zentrums für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) im Industriepark Leuna (Sachsen-Anhalt).

Fraunhofer-Zentrum in Leuna eröffnet
Bundeskanzlerin Merkel (r) lässt sich im neuen Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) im Industriepark Leuna eine Bioraffinerieanlage erkären. Foto: Hendrik Schmidt
dpa

Die Bundesregierung unterstütze Forschungsprojekte in den neuen Ländern mit 500 Millionen Euro bis zum Jahr 2019. Das Programm «Zwanzig20 - Partnerschaft für Innovation» ziele darauf ab, Defizite bei Forschung und Entwicklung im Osten abzubauen und Firmen für den Wettbewerb besser zu rüsten. Da große Konzerne im Osten rar seien, seien Forschung und Entwicklung ein wichtiges Mittel zur Wertschöpfung, sagte Merkel.

Im CBP wollen Forscher herausfinden, wie nachwachsende Rohstoffe in der chemischen Industrie mehr genutzt werden und Erdöl ersetzen können. Ziel sind neue Produktionsprozesse und marktreife Produkte.

So sollen bislang wenig genutzte Holzarten wie Buche oder land- und forstwirtschaftliche Reststoffe verwertet werden. Das Projekt kostete nach Fraunhofer-Angaben rund 53 Millionen Euro. Zuvor hatte die Gesellschaft 45 Millionen Euro angegeben. Neben Fraunhofer beteiligten sich auch mehrere Bundesministerien an der Finanzierung. Sachsen-Anhalt steuerte 20 Millionen Euro bei. Das Zentrum hat 20 Mitarbeiter.

Das CBP schließe die Lücke zwischen Labor und industrieller Umsetzung bei der Nutzung nachwachsender Rohstoffe, sagte Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Viele produzierende Unternehmen seien noch weitgehend von fossilen Rohstoffen abhängig. Mit nachwachsenden Rohstoffen könne diese Abhängigkeit und der CO2-Ausstoß reduziert werden.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) betonte: «Die Suche nach Alternativen zu endlichen fossilen Rohstoffen wie Erdöl ist eine der großen Herausforderungen der Menschheit.» Das Fraunhofer-Zentrum könne einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten.

Baubeginn für das Zentrum war Dezember 2010. Das in seiner Art bundesweit einmalige Forschungszentrum wurde von den Fraunhofer-Instituten für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB (Stuttgart) sowie für Chemische Technologie ICT (Pfinztal/Baden-Württemberg) gemeinsam errichtet.

Institut Fraunhofer CBP

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