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Eskalation der Gewalt

Italien nach rechter Corona-Randale in Rom unter Schock

Impfgegner und Randalierer ziehen am Wochenende durch Roms Straßen, stürmen ein Gewerkschaftsgebäude und liefern sich Kämpfe mit der Polizei. Einige prominente Rechtsextreme können festgenommen werden.

Corona-Protest in Italien
Eine Demonstration gegen den «Grünen Pass» ist in Rom eskaliert. Foto: Mauro Scrobogna/LaPresse/AP/dpa
Proteste in Rom
Ein Demonstrant in Rom stört sich nicht am Tränengas. Foto: Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa
Corona-Demo
Mehrere Tausend Menschen hatten sich in Rom auf der Piazza del Popolo zu einer Demonstration versammelt. Foto: Cecilia Fabiano/LaPresse/AP/dpa
Auseinandersetzungen
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im öffentlichen und privaten Sektor müssen ab dem 15. Oktober einen Gesundheitspass vorweisen. Dagegen gibt es Proteste. Foto: Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa
Demonstration in Rom
Tränengas weht über eine Straße. Foto: Mauro Scrobogna/LaPresse via ZUMA Press/dpa
Demonstranten
Protestteilnehmer und Polizisten stoßen aufeinander. Anlass der Demo ist die Verschärfung des italienischen Gesundheitspasses. Foto: Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa
Polizeieinsatz
Polizisten setzen Schlagstöcke ein. Foto: Cecilia Fabiano/LaPresse/AP/dpa

Rom (dpa) - Impfgegner, Rechtsextreme und Randalierer haben bei einer Corona-Demonstration in Rom für schwere Ausschreitungen mit Verletzten und Festnahmen gesorgt.

Bei Zusammenstößen mit der Polizei kam es am Samstag zu Angriffen und Handgemengen, die Ordnungskräfte setzten Tränengas, Schlagstöcke und Wasserwerfer ein. Die Polizei nahm bis Sonntagmittag zwölf Randalierer fest, darunter die beiden Anführer der rechtsextremen Partei Forza Nuova, Giuliano Castellino und Roberto Fiore.

Von einer «Stadtguerilla der No Vax», also der Impfgegner, schrieb der «Corriere della Sera». Staatspräsident Sergio Mattarella und Regierungschef Mario Draghi verurteilten die Gewalt.

Akt «faschistischer Gewalt»

Vor allem die Erstürmung der Zentrale der Gewerkschaft CGIL, bei der unter anderem drei Carabinieri verletzt wurden, schockte die Politik. Demonstranten attackierten Wachleute mit Stöcken und Fahnenstangen und drangen in das Innere des Gebäudes vor, wie auf Amateuraufnahmen zu sehen war.

Von einem Akt «faschistischer Gewalt» und einem «Angriff auf die Verfassung», sprach CGIL-Chef Maurizio Landini. Zuvor hatte er den Randalierern schon gesagt: «Niemand darf glauben, unser Land in die Faschistenzeit zurückstoßen zu können.»

Einige Zehntausend Menschen waren am Samstag durch Rom gezogen, um gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung zu protestieren. Nach einer genehmigten Kundgebung an der Piazza del Popolo marschierten die Demonstranten durch die Innenstadt und versuchten immer wieder, Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Dabei wurden Gegenstände und auch Knallbomben auf die Polizisten geworfen.

Berichten zufolge wollten einige zum Amtssitz von Ministerpräsident Draghi vordringen, wurden dabei aber von Wasserwerfern der Polizei aufgehalten.

Die Wut richtet sich gegen den «Grünen Pass»

In Italien treten in der neuen Woche weitere Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie in Kraft. Vom 15. Oktober muss jeder Beschäftigte in der Privatwirtschaft oder im öffentlichen Dienst einen sogenannten «Grünen Pass» haben, also einen Nachweis der Impfung, Genesung oder eines - zu bezahlenden - negativen Tests. Die Kritiker dieses Passes und Impfgegner machten zuletzt Stimmung gegen die Maßnahme.

Diese sorgt aber gleichzeitig dafür, dass von Montag an Lockerungen möglich sind: Kinos, Theater und Konzerthallen etwa dürfen wieder zu 100 Prozent ausgelastet werden. Auch Diskotheken können wieder öffnen. Eintritt zu allen Events gibt es nur mit dem «Grünen Pass».

© dpa-infocom, dpa:211009-99-540957/5