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Wall Street

Omikron und US-Notenbankchef belasten Dow

Die sich derzeit verbreitende Coronavirus-Variante Omikron sowie Aussagen von Notenbankchef Jerome Powell sorgen Anleger an den US-Börsen: Der Dow Jones Industrial startet trüb in den Dezember.

Händler an der Wall Street
Händler Glenn Kessler arbeitet auf dem Parkett der New Yorker Börse. Weiterhin plagten Sorgen wegen der neuen Coronavirus-Variante Omikron die Anleger. Foto: Richard Drew/AP/dpa Foto: Richard Drew/AP/dpa

New York (dpa) - Der Erholungsversuch der US-Börsen hat am Dienstag vorerst ein Ende gefunden. Weiterhin plagten Sorgen wegen der neuen Coronavirus-Variante Omikron die Anleger.

Zudem vergrätzten Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell, denn offenbar steuert die Fed auf eine schnellere Rückführung ihrer Wertpapierkäufe zu. So deutete Powell an, dass die hohe Inflation in den USA womöglich doch kein nur vorübergehendes Phänomen sein könnte.

Jahresbilanz dennoch positiv

Der Dow Jones Industrial gab letztlich um 1,86 Prozent auf 34.483,72 Punkte nach und setzte dem überwiegend trüb verlaufenen Monat November damit noch einen drauf. Insgesamt beläuft sich das Minus für den US-Leitindex im vorletzten Monat des Jahres auf 3,7 Prozent. Die bisherige Jahresbilanz fällt mit 12,7 Prozent dennoch weiterhin klar positiv aus. Erleichternd dürfte zudem wirken, dass bislang die bei aktuell etwas unter 34.350 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie, die den längerfristigen Trend im Dow signalisiert, gehalten hat.

Der marktbreite S&P 500 sank um 1,90 Prozent auf 4567,00 Zähler. Der Nasdaq 100 büßte nach anfangs stabilem Verlauf 1,61 Prozent ein auf 16.135,92 Punkte. Er verzeichnet damit weiterhin einen Monatsgewinn, der allerdings auf 1,8 Prozent zusammenschrumpfte. Das aktuelle Jahresplus beträgt aber immer noch rund ein Viertel.

Abwärtstrend bei Moderna und Biontech

Für die Anteilsscheine von Moderna sowie Biontech ging es nach kräftigen Gewinnen der vergangenen zwei Handelstage um 4,4 Prozent respektive um 3,0 Prozent abwärts. Moderna-Chef Stephane Bancel sagte der «Financial Times», die vorhandenen Impfstoffe dürften mit der Omikron-Variante Probleme haben. Es werde wohl länger dauern, bis ausreichend angepasste Präparate hergestellt werden könnten.

Novavax indes gewannen 7,6 Prozent und machten damit einen Teil der heftigen Vortagesverluste wieder wett. Das US-Pharmaunternehmen hatte vor knapp zwei Wochen die Marktzulassung für seinen proteinbasierten Corona-Impfstoff in der EU beantragt.

Euro auf Talfahrt

Die Aktien von Meta, dem Mutterunternehmen von Facebook, büßten an der Nasdaq 4,0 Prozent ein. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA will den Techkonzern zwingen, die vergangenes Jahr übernommene Clip-Plattform Giphy wieder zu verkaufen. Der Zusammenschluss schwäche den Wettbewerb zwischen Online-Diensten in Großbritannien, hieß es. Ein Meta-Sprecher sagte dazu, es werde erwogen, Widerspruch einzulegen.

Apple zählten zu den wenigen Gewinnern an diesem düsteren Handelstag. Die Papiere des iPhone-Herstellers stiegen an der Dow-Spitze um 3,2 Prozent und schlossen damit nur leicht unter ihrem am 22. November erreichten Rekordhoch von knapp unter 166 US-Dollar.

Der Euro ging im US-Handelsverlauf zunächst auf steile Talfahrt, erholte sich dann aber spürbar und kostete zum Börsenschluss an der Wall Street 1,1340 Dollar. Zuvor war er zeitweise bis auf 1,1236 Dollar abgesackt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1363 (Montag: 1,1276) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8800 (0,8868) Euro.

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