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Schauspielerin
Senta Berger und ihre Liebe zu Wien und Ehemann

Michael Verhoeven und Senta Berger
Senta Berger und ihr Ehemann Michael Verhoeven im Mai bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises. Foto: Gerald Matzka
Senta Berger und ihr Ehemann Michael Verhoeven sind seit mehr als 50 Jahren verheiratet. Der Deutschen Presse-Agentur verriet die Schauspielerin ein paar Beziehungstipps.

München. Senta Berger (82) hegt eine innige Beziehung zu ihrer Geburtsstadt Wien. «Das ist meine "Weißt du noch?"-Stadt», sagte die Schauspielerin der Deutschen Presse-Agentur in München. Erst kürzlich sei sie mit ihrem Ehemann Michael Verhoeven wieder da gewesen. «Da muss ich an jeder Ecke sagen: hier sind wir ins Kino gegangen, da ist meine Schule, die ich dir gezeigt habe und das ist der kleine Heurige, in dem der Geiger für uns aufgspielt hat. Weißt du noch?»

Das ist auch der Titel eines Kinofilms, in dem die Schauspielerin mit Günther Maria Halmer ein Ehepaar spielt, zu sehen ab Donnerstag (21. September). Mit einer Wunderpille versuchen die beiden in der Kammerspiel-Komödie von Rainer Kaufmann, gemeinsam an schöne Zeiten zurückzudenken und die eingerostete Liebe so aufzufrischen.

Berger selbst ist in der Hinsicht alles andere als vergesslich. «Jeden Tag erinnere ich mich an bestimmte Erlebnisse oder Situationen und auch sehr gerne. Erinnerungen überfallen mich einfach.» Dabei prägten sich ihr andere Dinge als etwa ihrem Mann. «Ich merke das an mir, dass ich Stimmungen besser wiedergeben kann, auch von Nebensächlichem», glaubt die Schauspielerin. «Da waren wir doch zusammen am Starnberger See essen und da war die Sonne hinter den Bergen und die Wolken davor - das weiß ich dann alles, der Michael kann sich an die Wiener Schnitzel erinnern.»

Berger: Gelassen bleiben ist das A und O

Seit mehr als 50 Jahren sind die beiden verheiratet - glücklich, trotz mancher kleiner Unstimmigkeiten. «Der Alltag nagt an jedem Paar, lächerliche Kleinigkeiten kommen immer wieder zur Sprache, obwohl man weiß, man kann den anderen nicht ändern, er wird immer wieder das Geschirr auf die Spülmaschine stellen und nicht hinein», gibt Berger zu. «Wenn man diese Zärtlichkeit gar nicht mehr für den anderen spürt, vergreift man sich manches Mal im Ton. Oder die Aufmerksamkeit lässt nach, man merkt die Stimmung des anderen gar nicht. Das ist alles Alltag, das gehört dazu.»

Berger setzt deshalb auf Gelassenheit im Umgang miteinander. «Das geht am besten, wenn man die Eigenschaften des Partners akzeptieren lernt, auch wenn es manchmal schwerfällt», rät sie. «Man kann den eingefahrenen Gewohneiten etwas entgegensetzen - und am besten geht das, wenn man sich liebt.»

© dpa-infocom, dpa:230920-99-259760/2