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Kreisimpfzentren sind geöffnet: Deutlich weniger Termine

Nach den Zentralen Impfzentren im Land sind auch in den rund 50 Kreisimpfzentren die ersten Spritzen gegen das Coronavirus gesetzt worden. Die Termine sind begehrt, aber zum Start fehlt das Wichtigste.

Ein Mann wird geimpft
Ein Mann wird geimpft. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild
Stuttgart.

Stuttgart (dpa/lsw) - Mit einwöchiger Verspätung und trotz der Lieferverzögerungen bei den Impfstoff-Lieferungen des Pharmakonzerns Pfizer sind die 50 Kreisimpfzentren in Baden-Württemberg am Freitagmorgen an den Start gegangen. Allerdings konnte bereits am ersten Tag an allen Standorten nur mit angezogener Handbremse geimpft werden. Denn es wird deutlich weniger Impfstoff geliefert als ursprünglich erhofft und eingeplant. Der Impfstoffproduzent Pfizer hatte wegen der Erweiterung seiner Kapazitäten im zentralen Werk in Belgien angekündigt, die Lieferungen des Corona-Impfstoffs reduzieren zu müssen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stehen in den ersten beiden Wochen in jedem KIZ lediglich 585 Impfdosen pro Woche für eine Erstimpfung zur Verfügung. Diese müssen noch einmal auf Impfungen im Zentrum selbst sowie auf Impfungen durch die Mobilen Impf-Teams in den Pflegeheimen verteilt werden. Deshalb dürfte es lediglich rund 150 Termine pro Woche und KIZ geben.

So hatte unter anderem das KIZ Singen mit bis zu 750 Impfungen täglich geplant, nun werden es zunächst 1170 Impfdosen - in der Woche. Statt an sieben Tagen von 7.00 bis 21.00 Uhr wird nun nur noch dienstags und freitags jeweils für wenige Stunden gespritzt. Im Heilbronner Impfzentrum könnten bis zu 800 Menschen geimpft werden. Aber nicht zuletzt auch wegen der Verzögerungen bei den Impfstoff-Lieferungen werden es nun nur 152 an einem ganzen Wochenende.

Auf Kreisebene sollte eigentlich bereits ab dem 15. Januar 2021 geimpft werden. Ursprünglich hätten nach den Berechnungen des Ministeriums für die KIZ täglich bis zu 800 Impftermine vergeben werden können, in den neun Zentralen Impfzentren (ZIZ) und am Standort Mannheim jeweils weitere rund 1500 Menschen pro Tag, abhängig von der Menge des Impfstoffs.

Der Bedarf ist da. Nach Angaben des Statistischen Landesamts gehören in Baden-Württemberg unter anderem mehr als 720 000 Menschen über 80 Jahre, 142 000 Pflegekräfte in stationärer und ambulanter Pflege sowie knapp 27 000 Pflegebedürftige unter 80 Jahren in vollstationärer Dauerpflege zur ersten Gruppe der Impfberechtigten. Allein in Stuttgart lebten Ende 2019 fast 38 400 Menschen über 80, im Rhein-Neckar-Kreis weitere rund 36 300 und im Landkreis Esslingen knapp 35 500.

In der Corona-Impfverordnung des Bundes ist festgelegt, welche Personengruppen wann geimpft werden sollen. Höchste Priorität besitzen die über 80-Jährigen und das Pflegepersonal in ambulanter und stationärer Pflege. Ebenfalls bevorzugt geimpft werden Pflegebedürftige in stationärer Pflege sowie Menschen in medizinischen Einrichtungen wie Corona-Stationen, Notaufnahmen oder Rettungsdiensten.

© dpa-infocom, dpa:210121-99-120620/4

Impfstrategie der Landesregierung

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko)

Standorte der Kreisimpfzentren

Statistisches Landesamt zur Zahl der Impfberechtigten nach Kreisen und Regionen