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Nahverkehrsverbund VVS verzeichnet Fahrgastzahlen-Einbruch

Leere Innenstädte und mehr Homeoffice - der Nahverkehr wird in Pandemiezeiten deutlich weniger genutzt als sonst. Das zeigen auch die jetzt vorgestellten Fahrgastzahlen der Verbundgesellschaft VVS für den Raum Stuttgart.

U-Bahn in Stuttgart
Eine U-Bahn der Stuttgarter Straßenbahnen fährt an einer Haltestelle hinter einem Mann ab. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Stuttgart.

Stuttgart (dpa/lsw) - Angesichts etlicher Corona-Beschränkungen sind in der Region Stuttgart vergangenes Jahr deutlich weniger Menschen mit Bussen und Bahnen unterwegs gewesen als normalerweise. Der Nahverkehrsverbund VVS zählte im gesamten Kalenderjahr nur noch 240,1 Millionen Fahrten und damit 39,1 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Erstmals seit 23 Jahren habe man wieder einen Rückgang der Fahrgastzahlen verzeichnet, teilte die Gesellschaft am Donnerstag in Stuttgart mit. Entsprechend gingen auch die Einnahmen klar zurück.

Der VVS koordiniert den öffentlichen Nahverkehr in Stuttgart und den Kreisen Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg, Rems-Murr und Göppingen.

Die Gründe für den Einbruch liegen auf der Hand: Weihnachtsmärkte, Konzerte und Messen wurden abgesagt, Fußball-Profispiele fanden ohne Zuschauer statt und Restaurants, Geschäfte, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie viele Schulen mussten zumindest zeitweise dichtmachen. Obendrein arbeiteten 2020 mehr Menschen als sonst im Homeoffice - der Arbeitsweg entfiel damit häufig.

Der sogenannte Gelegenheitsverkehr von Kunden ohne festes VVS-Abo brach um 45,8 Prozent auf 32,9 Millionen Fahrten ein. Die Einnahmen über Einzel-, Vierer-, Tages- oder Kombitickets gingen dadurch um 45,9 Prozent auf nur noch 86,4 Millionen Euro zurück.

Aber auch Abo-Inhaber nutzten die VVS-Linien deutlich weniger als in normalen Jahren; allein im Berufsverkehr sanken die Fahrten um fast ein Drittel. Die Gesamtzahl der Abonnenten ging auch zurück, aber vergleichsweise milde. So fielen die Gesamteinnahmen über Tickets und Abos unter Berücksichtigung von Ausgleichszahlungen für eine Tarifreform recht verhalten um 23,6 Prozent auf 390,7 Millionen Euro.

Die Politik hatte zuletzt ein weiteres Corona-Hilfspaket für den öffentlichen Nahverkehr im Südwesten geschnürt - in diesem Zuge soll auch ein Großteil der Einnahmeverluste der Verkehrsunternehmen durch fast leere Busse und Bahnen ausgeglichen werden.

© dpa-infocom, dpa:210211-99-403276/2

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