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Schäuble kontert Kritik an geringer Präsenz im Wahlkampf

Offenburg (dpa/lsw) - Wenige Tage vor dem Wahlkampfauftakt von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in seinem Wahlkreis Offenburg hat die politische Konkurrenz seine Abwesenheit moniert. In einem offenen Brief kritisierten Simon Bärmann (Linke), Matthias Katsch (SPD) und Cornelius Lötsch (Die Partei), dass Schäuble «als einziger Kandidat bislang zu keiner Podiumsdiskussion erschienen, die nicht von seiner eigenen Partei veranstaltet wurde». Wahlkampfauftritte habe er bislang keine absolviert. «Wie will er in seiner solchen Sprachlosigkeit den Wahlkreis angemessen im Bundestag vertreten?»

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU)
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) nimmt an einer Bundestagssitzung teil. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild
Offenburg.

Der 78-jährige CDU-Politiker Schäuble erklärte am Donnerstag, er sei in der Ortenau verwurzelt und für jeden zu sprechen, nicht nur in Wahlkampfzeiten. «Bereits in meinen Zeiten als Mitglied verschiedener Bundesregierungen konnte ich nicht persönlich jeden Wahlkampftermin im Wahlkreis wahrnehmen. Das ist als Bundestagspräsident nicht anders», führte er aus. «Aber dieses Amt legt mir auch in Zeiten des Wahlkampfes Zurückhaltung auf. Deshalb ist die Teilnahme an Podiumsdiskussionen nicht mit meinem Amtsverständnis zu vereinbaren.»

Schäuble ist seit 1972 Bundestagsmitglied. Zum Auftakt seiner Wahlkampfveranstaltungen im Wahlkreis will er am Sonntag traditionell im Handbike an einer Radtour von Offenburg nach Oberkirch teilnehmen. Bis zur Bundestagswahl am 26. September sollen Termine folgen mit Parteifreunden wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dem früheren EU-Kommissar und Ex-Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, Günther Oettinger, der Tübinger Ärztin Lisa Federle sowie dem unterlegenen Kandidaten bei der Wahl um den CDU-Bundesvorsitz, Friedrich Merz.

© dpa-infocom, dpa:210826-99-977812/3

Offener Brief

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