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Umfrage: Südwest-CDU spürt Aufwind in der Krise

Die Corona-Krise verleiht der CDU auch im Land einen ordentlichen Schub nach vorne. Gleichzeitig gewinnt der grüne Ministerpräsident noch mehr Ansehen. Der Landtagswahlkampf dürfte spannend werden.

Ein Mann geht an dem CDU-Logo vorbei
Ein Mann geht an dem CDU-Logo vorbei. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild
Stuttgart.

Stuttgart (dpa/lsw) - Weniger als ein Jahr vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg holt die CDU in einer aktuellen Umfrage deutlich auf in der Gunst der Wähler. Die Christdemokraten haben gegenüber Mitte März sieben Prozentpunkte zugelegt auf 30 Prozent, wie aus einer am Donnerstag in Stuttgart veröffentlichten Befragung von Infratest dimap für den Südwestrundfunk hervorgeht. Mitten in der Corona-Krise erreicht die CDU damit den besten Wert im sogenannten BW-Trend seit Februar 2016. Im März kam die CDU noch auf 23 Prozent - der niedrigste Wert, den Infratest dimap nach eigenen Angaben jemals für die Partei in Baden-Württemberg gemessen hat. Die Grünen bleiben zwar stärkste Kraft im Südwesten, verlieren aber im Vergleich zum Vormonat 2 Punkte auf 34 Prozent.

Damit kommt die CDU dem Ziel näher, ab März 2021 mit Susanne Eisenmann die Regierungschefin zu stellen. Seit 2011 wird Baden-Württemberg vom beliebten Grünen-Politiker Winfried Kretschmann regiert. Der bleibt für Eisenmann ein harter Gegner - und gewinnt in der Krise noch an Sympathiepunkten. Kretschmann bekommt derzeit von 78 Prozent (+5 Punkte) der Bürger Lob für seine Arbeit. Selbst jeder zweite Anhänger der AfD ist der Umfrage zufolge zufrieden mit seiner Arbeit. Hingegen loben nur 29 Prozent die Arbeit von Eisenmann. Nicht mal ein Jahr vor der Wahl ist sie bei 45 Prozent der Bürger unbekannt.

Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, käme die SPD im Vergleich zu März unverändert auf 11 Prozent, die FDP läge einen Punkt niedriger bei 6 Prozent. Die AfD verliert zwei Prozentpunkte auf 12 Prozent. Die Linke würde mit nur 3 Prozent nicht in den Landtag einziehen.

Die Union profitiert derzeit vor allem im Bund vom Krisenmanagement der Bundesregierung in der Corona-Krise. CDU und CSU kommen nach einer aktuellen Umfrage im Bund auf knapp 40 Prozent. Das gibt auch den Christdemokraten im Südwesten Schub. Im Baden-Württemberg-Trend des Meinungsforschungsinstituts INSA für die «Bild»-Zeitung, der vor einer Woche veröffentlicht wurde, ist die CDU mit 31 Prozent erstmals seit mehr als vier Jahren wieder stärkste Kraft.

CDU-Landesgeneralsekretär Manuel Hagel bezeichnete das aktuelle Umfrageergebnis von Infratest dimap für Baden-Württemberg als «ordentlichen Wert». Aber die Infektionszahlen im Land seien derzeit viel wichtiger. «Umfragen sind da wirklich sekundär. Zusammenhalt und der kluge und besonnene Umgang mit der Herausforderung, das ist das, was zählt und worum wir uns kümmern müssen.»

Die Grünen-Landesvorsitzenden Sandra Detzer und Oliver Hildenbrand teilten mit: «In dieser Ausnahmesituation gilt sicher noch mehr als sonst: Umfragen sind Momentaufnahmen.» Die Grünen freuten sich über das «Vertrauen, das die Menschen in unseren Weg der Verantwortung setzen». Diesem wolle man weiter gerecht werden.

Die Bürger begrüßen in weiten Teilen das Krisenmanagement des grün-schwarzen Kabinetts. 73 Prozent sind sehr zufrieden oder zufrieden mit dem Regierungshandeln. 90 Prozent der Anhänger der Grünen und 88 Prozent der CDU-Anhänger stehen hinter dem Kurs der Landesregierung. Bei den SPD-Anhängern sind es 77 Prozent, bei der FDP 48 Prozent, bei den Anhängern der AfD 34 Prozent.

Immer mehr Menschen im Südwesten sorgen sich der Umfrage zufolge angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Im März blickten die Bürger noch mehrheitlich optimistisch in die Zukunft, mittlerweile machen sich 56 Prozent (+27 Prozentpunkte) sehr große oder große Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung.

In der Debatte um Lockerungen stützt die Mehrheit den Regierungskurs der schrittweisen Rückkehr in den Alltag. Die stufenweise Rückkehr in den Schulbetrieb ab 4. Mai im Südwesten halten 66 Prozent für richtig. 13 Prozent sind für eine schnellere Öffnung der Schulen, 19 Prozent sind hingegen dafür, dass sie weiter geschlossen bleiben. 60 Prozent der Menschen im Land sprechen sich für eine stufenweise Wiedereröffnung von Hotels und Restaurants aus. 16 Prozent möchten sogar, dass Gaststätten und Hotels so schnell wie möglich wieder öffnen. 22 Prozent fänden es dagegen besser, wenn sie vorerst geschlossen bleiben.

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