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Geflüchtete aus der Ukraine
Faeser will Ukrainerinnen vor Menschenhändlern schützen

Nancy Faeser
«Alle sind sensibilisiert, jede Gefährdung sofort zu melden und einzuschreiten»: Nancy Faeser. Foto: Christophe Gateau
Sie fliehen vor dem Krieg und suchen Schutz in Deutschland. Bei ihrer Ankunft bekommen die ukrainischen Frauen dubiose Angebote. Dagegen will Bundesinnenminsterin Nancy Faeser mit aller Härte vorgehen.

Berlin. Bundesinnenministerin Nancy Faeser will Ukrainerinnen mit einer hohen Polizeipräsenz auf Bahnhöfen vor Menschenhändlern und Sexualstraftätern schützen.

«Jeder, der es versucht, die Not der Geflüchteten auszunutzen, sollte wissen: Auf solche Taten reagieren wir mit aller Härte des Gesetzes», sagte die SPD-Politikerin der «Bild am Sonntag». Niemand dürfe das Leid der Flüchtlinge missbrauchen. «Solche Übergriffe sind zutiefst verachtenswert.»

Es gebe daher massive Polizeipräsenz an den Bahnhöfen, in Uniform und in Zivil, so Faeser. «Alle sind sensibilisiert, jede Gefährdung sofort zu melden und einzuschreiten.» Die Bundespolizei warnt schon seit längerem vor unseriösen oder kriminellen Angeboten an geflüchtete Frauen aus der Ukraine, die am Berliner Hauptbahnhof eintreffen.

Immer wieder wurden in den vergangenen zwei Wochen Fälle registriert, bei denen Männer ukrainischen Frauen bei der Ankunft in Berlin dubiose Wohn- oder Übernachtungsangebote machten. Die Bundespolizei kontrollierte Verdächtige und verbot ihnen den Aufenthalt im Bahnhof. Es ging um den Verdacht der sexuellen Ausbeutung, Zwangsprostitution oder des Menschenhandels.

Nach Ansicht der Polizei haben die Warnungen inzwischen Wirkung gezeigt. Der Eindruck sei, dass derartige Täter, die sich auffällig verhielten, kaum mehr zum Bahnhof kämen, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei am vergangenen Mittwoch. Insgesamt habe es in den vergangenen zwei Wochen eine Zahl entsprechender Fälle im unteren zweistelligen Bereich gegeben.

© dpa-infocom, dpa:220320-99-596185/2