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Haltungsbedingungen

Özdemir will als Agrarminister Tierwohl stärken

Cem Özdemir soll Landwirtschaftsminister. Die Mitglieder der Grünen müssen dem noch zustimmen. Sollte es so kommen, dann will Özdemir sich vor allem für bessere Haltungsbedingungen einsetzen.

Cem Özdemir
Cem Özdemir wäre der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Foto: Marijan Murat/dpa

Berlin/Stuttgart (dpa) - Der wahrscheinlich künftige Landwirtschaftsminister Cem Özdemir von den Grünen hat sich für bessere Haltungsbedingungen in Ställen ausgesprochen.

«Wer Fleisch essen will, kann das gerne tun. Wer Fleisch produziert, darf das auch tun, aber unter Berücksichtigung des Tierwohls, des Klimaschutzes und nicht zulasten unserer Umwelt», sagte er der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten». «Wir werden auch dafür sorgen, dass die Investitionsförderung künftig auf gute Haltungsbedingungen in den Ställen ausgerichtet wir», kündigt Özdemir an.

Hickhack um Nominierung

Die Grünen hatten am Donnerstag bekanntgegeben, dass der ehemalige Parteichef Özdemir in einer künftigen Ampel-Regierung Bundesagrarminister werden soll. Er wäre der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Vorausgegangen war ein erbittertes Ringen zwischen Realos und linkem Flügel um die Verteilung der Kabinettsposten.

Im Ergebnis sind nun drei von fünf vorgeschlagenen Grünen-Ministern Realos, zwei Linke. Drei Frauen stehen zwei Männer gegenüber.

Der Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter vom linken Flügel ist nicht Teil des Personaltableaus an Spitzenämtern, über das die 125.000 Grünen-Mitglieder ab Freitag gemeinsam mit dem Koalitionsvertrag abstimmen sollen. Er galt eigentlich als gesetzt, fällt nun aber zugunsten Özdemirs aus.

© dpa-infocom, dpa:211127-99-162147/2