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Kanzler-Double

Scholz-Doppelgänger dringend gesucht

Ein Double-Agent aus dem Ruhrgebiet vermittelt Menschen, die berühmten Personen ähnlich sehen. Doch er hat ein Problem: Denn er findet einfach keinen Doppelgänger des neuen Bundeskanzlers.

Jochen Florstedt
Jochen Florstedt gibt die Hoffnung nicht auf. Foto: Stefan Schejok/Jochen Florstedt/dpa Foto: Stefan Schejok/Jochen Florstedt/dpa

Berlin/Mülheim (dpa) - Ist er's oder ist er's nicht? Spätestens seit der Wahl und Ernennung von Olaf Scholz zum neuen Bundeskanzler ist auch die Suche nach einem Double des 63-Jährigen in vollem Gange.

Doch einen Doppelgänger des SPD-Politikers zu finden, gestaltet sich schwieriger als man denken könnte. «Es meldet sich keiner», sagt Jochen Florstedt, Doppelgänger-Agent aus Mülheim an der Ruhr. «Das ist unglaublich.»

Der 71-Jährige, der selbst seit rund 30 Jahren mit Brille und angeklebten Koteletten als Double von Jake (John Belushi) von den Blues Brothers auftritt, vermittelt seit 1998 mit seiner Agentur Doppelgänger an Film und Fernsehen sowie Firmen. Seit mehr als drei Jahren ist Florstedt nun schon nach eigenen Angaben auf der Suche nach einem Scholz-Double.

Gefragt sei momentan die komplette neue Bundesregierung. Neben Scholz vor allem Robert Habeck und Annalena Baerbock, aber auch Karl Lauterbach und Christian Lindner. Einige andere bekannte Politiker habe er im Angebot, darunter unter anderem die vielbeschäftigte und etwas amtsmüde Merkel-Doppelgängerin Ursula Wanecki und ein Obama-Double.

Es gebe Tausende Menschen, die aussähen wie Olaf Scholz oder Annalena Baerbock, ist sich Florstedt sicher. Doch das allein reiche meist nicht aus. Oftmals müssten die Menschen noch von Freunden oder der Familie auf die Ähnlichkeiten hingewiesen werden und sich dann bewerben. «Das Äußerliche muss bei einem Double mit dem Original übereinstimmen.»

Neben Alter, Größe, Figur und Haarfarbe seien Kopfform und Gesicht die wichtigsten Merkmale: Augen, Lippen, Nase - alles müsse stimmen. «Ich bin sehr, sehr kritisch. Ich nehme nur die Besten», beschreibt Florstedt seinen Auswahlprozess. «Von 100 Bewerbungen kann ich 90 in die Tonne kloppen.»

Auf die Frage, wieso sich bisher niemand gemeldet habe, antwortete Florstedt in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung»: «Ich vermute, viele haben Angst, dass man sie in den sozialen Medien verwurstet. Damals bei Merkel war das noch nicht so extrem.»

Gebucht werden Florstedts Doubles vor allem für Werbespots, Satire-Shows und Firmenveranstaltungen wie etwa Weihnachts- und Betriebsfeiern. Je nach Veranstaltung verdiene ein Double pro Aufritt 800 Euro bis 2000 Euro. «Das ist teilweise sehr, sehr unterschiedlich.» Ob das mit einem Scholz-Doppelgänger denn noch etwas werde, jetzt wo der Politiker Kanzler ist? «Ich gebe die Hoffnung nicht auf.»

© dpa-infocom, dpa:211213-99-365293/3