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Gesundheitsministerium

Corona-Infektionen steigen: Subtyp BA.5 auf Vormarsch

Der Rückgang der Corona-Infektionen im Südwesten ist endgültig gestoppt. Die Omikron-Variante BA.5 breitet sich weiter aus und sorgt für deutlich steigende Fallzahlen. Das Gesundheitsministerium mahnt zur Vorsicht.

Corona-Test
Ein Arzt hält einen Tupfer, mit dem ein Abstrich für einen Coronatest gemacht wird. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Stuttgart. Die Corona-Fallzahlen im Südwesten steigen wieder deutlich an - Grund dafür soll auch der Omikron-Subtyp BA.5 sein. Er breitet sich laut einer neuen Auswertung weiter aus, wie das Gesundheitsministerium in Stuttgart am Mittwoch mitteilte. Bei einer Analyse von rund 3500 Corona-Abstrichen in der Woche bis zum 12. Juni lag der Anteil der Omikron-Subtypen BA.5 und BA.4 bereits bei 21,2 Prozent. Die Daten geben aber kein vollständiges Bild, da nur ein Teil der Infektionsfälle jede Woche auf die Virus-Variante untersucht wird.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat sich der kontinuierliche Anstieg der beiden Omikron-Subtypen damit weiter bestätigt. Der größte Teil entfällt mit 18,9 Prozent auf den Subtyp BA.5. Experten des Landesgesundheitsamts (LGA) sehen aber keinen Hinweis darauf, dass eine Infektion mit den beiden Omikron-Varianten schwerer verläuft. Das Ministerium rät dennoch, auch im Sommer nicht alle Schutzvorkehrungen fallen zu lassen. Man solle etwa bei Krankheitszeichen zu Hause bleiben und in Innenräumen Maske tragen.

Der Zuwachs bei den beiden Omikron-Varianten geht laut Experten darauf zurück, dass sie den Immunschutz durch eine vorherige Infektion oder Impfung besser umgehen können als andere Subtypen. Auch der erneute Anstieg der Fallzahlen liegt den Angaben zufolge zumindest teilweise an der Ausbreitung der neuen Omikron-Varianten.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektion nimmt im Südwesten bereits seit Ende Mai wieder zu. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche lag am Mittwoch bei 332,8. In der Woche zuvor hatte der Wert noch bei 211,4 gelegen. Ende Mai hatte die Inzidenz laut dem LGA noch 167,4 betragen.

Die Inzidenz liefert aber kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle aus - vor allem, weil längst nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

In den Kliniken bleibt die Zahl der Covid-Patientinnen und -Patienten auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Auf den Intensivstationen wurden laut LGA am Mittwoch 87 Menschen mit einer Covid-Erkrankung behandelt. Das sind drei mehr als am Tag zuvor. Auf den Normalstationen der Kliniken nahm die Zahl der Patienten mit einer Covid-Infektion um 4 auf 593 ab. Vor einer Woche hatte diese Zahl noch bei 512 gelegen.

Die Behörde verzeichnete zudem zehn weitere Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Damit stieg die Zahl der Todesfälle im Südwesten seit Beginn der Pandemie auf 16.219.

Die Impfquote der Menschen mit einer Grundimmunisierung und damit meist zwei Corona-Impfungen betrug am Mittwoch nach Angaben des Robert Koch-Instituts im Südwesten 73,9 Prozent. Über eine erste Auffrischungsimpfung verfügen bereits 57,8 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg. Den zweiten sogenannten Booster haben erst 4,3 Prozent der Menschen erhalten. Die Ständige Impfkommission empfiehlt den zweiten Booster derzeit für Menschen ab 70 und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen.

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