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Eisenmann zu Machtkampf: «Testosteronüberschuss im Westen»

Susanne Eisenmann (CDU)
Susanne Eisenmann, Kultusministerin von Baden-Württemberg und CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2021. Foto: Patrick Seeger/dpa Foto: Patrick Seeger/dpa
Stuttgart (dpa/lsw) - Die CDU-Personaldebatte vermittelt aus Sicht der baden-württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann ein falsches Bild vom Personenpotenzial der Partei. «Dass Armin Laschet, Friedrich Merz und Jens Spahn sich als Bewerber für den Parteivorsitz handeln lassen und Norbert Röttgen kandidiert, zeigt, dass es Männern aus NRW offensichtlich weder an Führungsanspruch noch an Selbstbewusstsein mangelt», sagte die CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. «Durch den Testosteronüberschuss im Westen entsteht aber ein falscher Eindruck.»
Stuttgart.

Tatsächlich gebe es in anderen CDU-Landesverbänden ebenfalls starke Führungspersönlichkeiten mit Charisma und großem Potenzial. «Sie drängen derzeit nur nicht so ins Rampenlicht - unter anderem, weil sie andere Aufgaben und Pläne haben.» So seien etwa Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, die stellvertretende CDU-Bundeschefin Silvia Breher, aber auch die Unionsfraktionsvizes Andreas Jung und Thorsten Frei aus Baden-Württemberg Parteikollegen, die in der Zukunft - also nicht bezogen auf die aktuelle Debatte - in der Bundespartei eine stärkere Rolle spielen könnten.

Die aktuell gehandelten Personen hätten ihre unbestrittenen Qualitäten, sagte Eisenmann. Auch wenn keiner davon aus der Südwest-CDU kommt: «Als zweitgrößter Landesverband spielt die CDU Baden-Württemberg bei der Entscheidung über die oder den künftigen Parteivorsitzenden selbstverständlich eine gewichtige Rolle.» Das Gewicht zeige sich zum Beispiel auch an der Zahl der Delegierten bei Bundesparteitagen. «Entscheidend ist nun, dass wir als CDU spätestens bis zum Sommer eine Lösung finden, die der CDU wieder ein klares inhaltliches Profil verleiht.»