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Saisonende

«Ekstase pur»: VfB Stuttgart schafft doch Klassenerhalt

Der VfB Stuttgart fängt Hertha BSC noch ab und bleibt erstklassig. Kapitän Wataru Endo sorgt für den direkten Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Für Trainer Pellegrino Matarazzo ist der Treffer in der Nachspielzeit ein «toller Abschluss» und «Ekstase pur».

VfB Stuttgart - 1. FC Köln
Kölns Florian Kainz (l) in Aktion gegen Stuttgarts Konstantinos Mavropanos (r). Foto: Tom Weller

Stuttgart. Trainer Pellegrino Matarazzo war unter den jubelnden Spielern des VfB Stuttgart nicht mehr zu sehen. Wenige Minuten später stürmten dann auch die Fans nach dem erreichten Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga wie entfesselt auf das Spielfeld und nahmen zahlreiche Erinnerungsstücke mit nach Hause.

«Das war Ekstase pur», sagte Coach Matarazzo nach dem 2:1 (1:0) am Samstag gegen den 1. FC Köln und einer ersten Sektdusche beim Pay-TV-Sender Sky. «Ich weiß gar nicht, was passiert ist und wer das Tor geschossen hat. Es war ein toller Abschluss und extrem spannend.»

Wataru Endo war es, der in der zweiten Minute der Nachspielzeit traf und den Umweg über die Relegation doch noch abwendete. Der VfB kletterte aufgrund der besseren Tordifferenz und dank der 1:2 (1:0)-Niederlage von Hertha BSC bei Borussia Dortmund auf den rettenden 15. Tabellenplatz. Der 1. FC Köln tritt indes in der kommenden Saison in der Conference League an.

Schon Sasa Kalajdzic ließ den VfB mit seinem Kopfball zur 1:0-Führung hoffen (12.), nachdem er Sekunden zuvor einen Strafstoß verschossen hatte. Torjäger Anthony Modeste glich zwar nach einer Stunde aus. Er profitierte davon, dass Keeper Müller eine Flanke nicht festhielt. Dann war aber noch Endo zur Stelle. «Es war eine harte Saison», sagte der Torschütze in englischer Sprache und ergänzte dann auf Deutsch. «Ende gut, alles gut.»

Angetrieben von der Mehrheit der 58 453 Fans in der ausverkauften Arena begannen die Stuttgarter in den Traditionstrikots der Meistermannschaft von 1992 druckvoll. Dadurch erzwangen sie zwar schnelle Ballgewinne. Zu Chancen kamen sie vorerst aber nicht.

Den Worten von Matarazzo, der tags zuvor auf eine hohe Intensität von Beginn an gehofft hatte, ließen sie aber Taten folgen. Borna Sosa zog aus der Distanz ab (8.) und eine Minute später prüfte Tiago Tomás Kölns Keeper Marvin Schwäbe, der den Ball abprallen ließ.

Matarazzo klatschte zufrieden und peitschte seine Mannschaft weiter nach vorn. Sie solle mit «Emotionen und dem Herzen» die Aufgabe angehen, hatte der 44-Jährige gesagt. Und das taten die Süddeutschen, die sich für ihren Aufwand belohnten. Tomás holte einen Strafstoß heraus, den Kalajdzic noch verschoss. Beim anschließenden Eckball machte es der Österreicher besser.

Jedoch stand es in Dortmund zu diesem Zeitpunkt noch 0:0. Ein Remis dort hätte dem VfB nicht gereicht. Wenige Minuten später kam es dann noch schlimmer. Herthas Führungstreffer wurde in Stuttgart nicht durchgegeben.

Der VfB ließ nicht nach. Die größten Möglichkeiten auf einen komfortableren Vorsprung vergaben Endo (34./36.) und Tomás (45. +2). Überraschend fiel das 1:1 nach dem Seitenwechsel. Modeste war mit dem Kopf zur Stelle und ließ den mitgereisten Kölner Anhang jubeln.

Der Ausgleich der Dortmunder wurde auf der Videoleinwand eingeblendet und heizte die Stimmung auf den Rängen noch einmal an. Auf dem Feld warfen die VfB-Profis alles nach vorn und nach dem Führungstreffer der Borussia kamen sie auch selbst zum Siegtreffer, der einen Platzsturm auslöste.

«Es ist unglaublich. Ich breche innerlich gerade zusammen», sagte Kalajdzic. «Danke an die Fans. Wir wissen, dass wir viele Fehler gemacht haben und Pech hatten in dieser Saison. Aber wir haben ein Happy End.»

Erst eine Stunde nach dem Abpfiff kehrten die Fans zurück auf die Tribüne. Anschließend zeigte sich noch einmal die Mannschaft und wurde minutenlang gefeiert.

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