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FDP will Hauptschulen mit Reform aufwerten

Stuttgart (dpa/lsw) - Wegen des Imageproblems der Haupt- und Werkrealschulen im Land will die FDP die Schulen mit einer Reform wieder attraktiver machen. Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke stellte am Freitag in Stuttgart einen entsprechenden Gesetzentwurf der FDP-Landtagsfraktion vor. Demnach sollen die Haupt- und Werkrealschulen künftig als «Berufliche Realschulen» enger an berufliche Schulen angebunden werden. Die bisherige Realschule soll demnach «Allgemeinbildende Realschule» heißen. 2014 hatte die FDP bereits eine ähnliche Forderung erhoben. Lehrerverbände hätten bereits Unterstützung für den Vorstoß signalisiert, sagte Rülke.

FDP-Politiker Hans-Ulrich Rülke
FDP-Politiker Hans-Ulrich Rülke. Foto: Marijan Murat/Archiv Foto: Marijan Murat/Archiv
Stuttgart.

Die Zahl der Haupt- und Werkrealschulen hat sich laut FDP in den vergangenen zehn Jahren nahezu halbiert - die Liberalen kritisieren in dem Zusammenhang die ehemalige grün-rote Landesregierung für die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung. Rülke sagte, das Image der Haupt- und Werkrealschulen habe so gelitten, «dass es mit diesem Türschild nicht mehr weitergeht». Für manche Kinder seien die Realschulen zudem zu anspruchsvoll, die Sitzenbleiberquoten hoch.

Dem Gesetzentwurf zufolge sollen Schüler der neuen Schulform ab der 7. Klasse einen Tag in der Woche eine berufliche Schule besuchen. In Klasse 10 sollen es zwei Tage in der Woche sein. Dadurch gäbe es mehr Zeit für die Vertiefung des Fachunterrichts und für Praxisphasen in Betrieben. Die Liberalen rechnen mit Mehrkosten von rund 30 Millionen Euro, was sie mit größeren Klassen an Gemeinschaftsschulen finanzieren wollen. So will die FDP 500 Lehrerstellen freisetzen.

Die Spitzenvereinigung der Arbeitgeberverbände in Baden-Württemberg begrüßte die angestoßene Debatte. «Mehr als 700 Haupt- und Werkrealschulen mit gut 83 000 Schülern verdienen unsere Beachtung», erklärte der für Bildung zuständige Geschäftsführer Stefan Küpper. Durch eine engere Kooperation von Hauptschulen und beruflichen Schulen könnten «erste berufsqualifizierende Schritte zum direkten Übergang in eine duale Ausbildung erfolgen». Das Konzept dürfe aber nicht zu Lasten der Berufsschulen und anderer Schularten gehen.