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Bildung

Gewerkschaft: Lehrer-Umfrage muss «Alarmsignal» sein

Die deutliche Arbeitsbelastung in den Schulen und die Ergebnisse einer Umfrage zu den Lernlücken bei Kindern und Jugendlichen sollten die baden-württembergische Landesregierung nach Einschätzung der Bildungsgewerkschaft GEW alarmieren. «Ich hoffe, dass Ministerpräsident Winfried Kretschmann und seine Regierung die Ergebnisse sehr ernst nehmen», sagte die baden-württembergische Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Monika Stein, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. «Das ist ein Alarmzeichen, ganz klar.»

Monika Stein
Monika Stein, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Baden-Württemberg, spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Bernd Weißbrod

Stuttgart. Die Lehrkräfte seien «am Anschlag», das Land müsse dringend mehr investieren und vor allem die Zahl der Studienplätze ausbauen, forderte sie und kritisierte: «Die Regierung unterschätzt den Lehrermangel und seine Tragweite.»

Laut Forsa-Umfrage der Robert Bosch Stiftung (Stuttgart) stehen fast alle Lehrerinnen und Lehrer in Baden-Württemberg nach zwei Jahren Pandemie am Rand der Erschöpfung. Vier von fünf Lehrkräften im Südwesten fühlen sich stark oder sehr stark belastet. Etwa jede zweite Lehrkraft an einer deutschen Schule fühlt sich laut der Umfrage körperlich oder mental erschöpft. Trotz allem sind mehr als drei von vier befragten Lehrkräften in Baden-Württemberg zufrieden mit ihrem Job. Bundesweit gab aber auch mehr als jede zehnte Lehrkraft an, kürzer treten und ihre Unterrichtsstunden im kommenden Schuljahr verringern zu wollen.

«Lehrer sehen vor Ort, was die Lebenswirklichkeit der Pandemie und der steigenden Preise mit den Kindern und Jugendlichen macht, wie schwer viele zu erreichen sind und wie sie leiden», sagte Stein. «Sie können das nicht abfedern und das macht etwas mit den Menschen», warnte sie.

Daten des Deutschen Schulbarometers

© dpa-infocom, dpa:220609-99-600118/2