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Illegale Schleusung: Durchsuchungen in vier Bundesländern

Blauchlicht
Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeifahrzeugs. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild
Heilbronn (dpa/lrs) - Wegen des Verdachts illegaler Schleusungen sind Wohnungen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern durchsucht worden. In mindestens 112 Fällen sollen drei aus Kamerun stammende Männer gemeinsam mit sechs weiteren Mittätern Menschen aus afrikanischen Ländern Aufenthaltstitel in Deutschland verschafft haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Heilbronn am Freitag gemeinsam mit. Die Tatverdächtigen sollen demnach in sogenannten Verpflichtungserklärungen für die Einreisenden finanziell gegenüber den Ausländerbehörden gebürgt haben, dabei aber teilweise unrichtige Angaben gemacht haben.
Heilbronn.

Die Ermittlungen starteten, als es im Zuständigkeitsbereich des Ausländeramts des Landratsamtes Heilbronn zu Auffälligkeiten bei einzelnen, ursprünglich aus Kamerun stammenden Landkreisbewohnern kam. Die Behördenleitung habe im November 2020 schließlich Strafanzeige wegen des Verdachts des Einschleusens von Ausländern - überwiegend Studenten - gestellt.

Konkret sollen die Tatverdächtigen von 2017 bis 2021 bei zumindest zwölf verschiedenen Ausländerämtern falsche Tatsachen vorgespielt haben. Zu diesem Zweck wechselten sie laut der Ermittler immer wieder den Wohnort oder meldeten sich in anderen Kreisen oder Bundesländern an. Die Ermittlungen erstrecken sich deshalb mittlerweile auf 13 Bundesländer.

Am Mittwoch wurden laut Polizei 20 Wohnungen und Arbeitsstellen mutmaßlich Beteiligter durchsucht. Hierbei sei umfangreiches Beweismaterial gesichert worden, hieß es. Dieses müsse nun ausgewertet werden. Festnahmen habe es bislang nicht gegeben.

© dpa-infocom, dpa:211126-99-156511/3

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