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Landeskirche ringt weiter um Segnung homosexueller Paare

Stuttgart (dpa/lsw) - Kommt die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare doch? Im Ringen um eine Lösung des Konflikts ist die Evangelischen Landeskirche in Württemberg einen kleinen Schritt weiter. Die Synode, das Kirchenparlament, stimmte am Mittwochabend der Weiterarbeit an einem Gesetzentwurf zu, der einzelnen Gemeinden öffentliche Segnungen ermöglichen soll. Das teilte die Kirche am Donnerstag mit. Landesbischof Frank Otfried July hatte um eine Zustimmung geworben: «Wem es wirklich darum geht, dass gleichgeschlechtliche Paare in Württemberg eine Möglichkeit finden, gottesdienstlich begleitet zu werden, den und die bitte ich, sich nicht zu verweigern.»

Homosexuelles Paar
Zwei schwule Männer halten sich auf dem Straßenfest zum Christopher Street Day an den Händen. Foto: Michael Reichel/Archiv Foto: Michael Reichel/Archiv
Stuttgart.

Vor einem Jahr war ein ähnlicher Kompromissvorschlag von der Synode abgelehnt worden. Der jetzige Gesetzentwurf wurde an einigen Stellen angepasst. Unter anderem soll es nur einer begrenzten Zahl an Kirchengemeinden möglich sein, ihre Gottesdienstordnungen auf Wunsch entsprechend zu ändern. Sollte sich mehr als ein Viertel der knapp 1300 Gemeinden der Landeskirche für eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare aussprechen, müsste sich die Synode erneut beraten.

Am aktuellen Gesetzentwurf wird nun weiter gearbeitet. Über ihn könnte dann frühestens bei der nächsten Tagung der Synode im März abgestimmt werden, wie ein Sprecher der Landeskirche sagte.

Bei der Landeskirche in Baden können homosexuelle Paare schon länger in einem öffentlichen Traugottesdienst gesegnet werden.

Mitteilung der Evangelischen Landeskirche Württemberg