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Atomkraftwerke
Lang rechnet mit Zustimmung der Grünen für AKW-Streckbetrieb

Kernkraftwerk Neckarwestheim
Zur blauen Stunde spiegelt sich das Kernkraftwerk Neckarwestheim im Neckar. Foto: Christoph Schmidt
Grünen-Chefin Ricarda Lang rechnet mit der Zustimmung ihrer Partei für Pläne, die beiden süddeutschen Atomkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim als mögliche «Reserve» einzusetzen. «Ich gehe davon aus, dass der Parteitag diesen Weg der Einsatzreserve mit großer Geschlossenheit mitgehen wird», sagte Lang dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Freitag). Wenn es notwendig sein sollte, würden die beiden Kernkraftwerke genutzt, um die Netzstabilität zu gewährleisten. «Wenn es nicht notwendig ist, nicht», sagte Lang. Eine Laufzeitverlängerung schloss sie aus. «Wir werden keine neuen Brennstäbe besorgen, einen Wiedereinstieg in die Atomkraft wird es nicht geben.»

Berlin. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte am Dienstag erläutert, dass er den Weiterbetrieb der beiden süddeutschen Atomkraftwerke über das Jahresende hinaus erwartet. Hintergrund sei vor allem die angespannte Lage auf dem französischen Strommarkt. Mehr als die Hälfte der dortigen Atomkraftwerke sei nicht am Netz, es fehlten daher Strommengen, die Deutschland zum Teil mit Strom aus Gaskraftwerken ausgleiche.

Die Grünen planen eine Bundesparteitag vom 14. bis 16. Oktober in Bonn. Lang sagte, die Grünen wollten auch das Thema Mieten in den Blick nehmen, da die aktuelle Energiekrise besonders Menschen treffe, die schon zuvor einen großen Teil ihres Einkommens für die Miete aufbringen mussten. «Wir wollen deshalb zum Beispiel Index-Mieten deckeln», sagte sie dem RND. Gerade in größeren Städten würden die Mieten zunehmend an die Preissteigerungen gekoppelt. «Das bedeutet in Zeiten wie diesen massive Mietsteigerungen.»

© dpa-infocom, dpa:220930-99-951937/2