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Gerichtsprozess
Mordversuch nach 37 Jahren vor Gericht: Ex-Soldat angeklagt

Justitia
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert
37 Jahre nach der Tat könnte die Aufklärung eines versuchten Mords an einer damals 29-Jährigen vor dem Landgericht Ulm zum Abschluss kommen. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, beginnt am Dienstag der Prozess gegen einen 65 Jahre alten Angeklagten aus den USA.

Ulm. Der Beschuldigte war den Angaben zufolge zum Tatzeitpunkt 28 Jahre alt und als Angehöriger der US-Streitkräfte in Göppingen stationiert. In einer Nacht im Oktober 1985 soll der Mann die junge Frau in Göppingen mehrfach vergewaltigt und dann versucht haben, sie zu ermorden.

Dazu soll er mit einem Ast versucht haben, die Frau nach den Vergewaltigungen zu erschlagen. Dies misslang, doch die Frau stellte sich den Angaben nach tot. Mit einem Auto soll der Angeklagte die Frau daraufhin zu einen wenige Kilometer entfernten Straßengraben gebracht haben, wo er sie hineingeworfen und mit Ästen und Laub bedeckt haben soll. Die damals 29-Jährige konnte mit zahlreichen Verletzungen zu einem Anwesen in der Nähe entkommen.

Mit einer DNA-Analyse kamen die Ermittler mehrere Jahrzehnte nach der Tat dem mutmaßlichen Täter auf die Spur. Der Angeklagte wurde aus den USA ausgeliefert und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Da die Delikte Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung verjährt sind, lautet die Anklage auf versuchten Mord. Für Taten wie Mord und versuchten Mord gibt es keine Verjährungsfrist.

Die Geschädigte ist Nebenklägerin in dem Prozess. Es sind vier Verhandlungstage bis Mitte November geplant.

© dpa-infocom, dpa:221020-99-195551/3