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Palmer will Holz als Baustoff vorschreiben

Tübingen (dpa/lsw) - Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer setzt auf Holz als verpflichtenden Baustoff und bekommt dafür Unterstützung von der Landesregierung. «Ich möchte die Holzbauweise in Tübingen bis 2030 zur Pflicht machen», sagte der Grünen-Politiker dem «Schwäbischen Tagblatt» (Freitag). Mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG möchte er schnell damit beginnen. Neubau wo immer möglich nur noch in Holz - damit werde das Treibhausgas CO2 reduziert, Beton sei dagegen ein Energiefresser.

Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen)
Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen), Oberbürgermeister der Stadt Tübingen. Foto: Sebastian Gollnow/Archivbild
Tübingen.

Das Vorhaben umzusetzen ist nicht so einfach. Das gehe nur über Grundstückskaufverträge, teilte die Kommune auf Nachfrage mit. In der baden-württembergischen Landesbauordnung wurden in der Vergangenheit Erleichterungen für den Einsatz von Holz im Baubereich geschaffen.

Forstminister Peter Hauk (CDU) begrüßte es, dass Palmer mit gutem Beispiel vorangehe und das Thema in die kommunale Bauleitplanung aufnehmen wolle: «Wichtig ist dabei aber auch, die Menschen über die Vorteile vom Bauen mit Holz für das Klima und für sich selbst aufzuklären und es nicht einfach nur vorzuschreiben.»

Die Holzbaupflicht in Tübingen ist Teil eines Zehn-Punkte-Programms des Grünen-Politikers für ein klimaneutrales Tübingen bis zum Jahr 2030. Ein Sprecher des Bundesverbands Deutscher Fertigbau sagte, der Einsatz von Holz könne einen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten.