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Pokal: Streich strebt mit Freiburg nach «Außergewöhnlichem»

SC Freiburg
Freiburgs Roland Sallai (3.v.r) und Freiburgs Vincenzo Grifo (2.v.r.) besprechen sich. Foto: Philipp von Ditfurth
Der SC Freiburg hat die große Chance, zum ersten Mal seit 2013 wieder in ein Halbfinale im DFB-Pokal einzuziehen. Nach der bitteren Niederlage in der Liga wollen sich die Breisgauer beim VfL Bochum revanchieren und möglicherweise über den Pokal in den Europacup.

Freiburg (dpa/lsw) –. Wie es ist, mit dem SC Freiburg im Halbfinale des DFB-Pokals zu stehen, weiß Trainer Christian Streich aus eigener Erfahrung. In der Saison 2012/13 erreichte er mit dem Sport-Club diesen Meilenstein, schied dann aber beim VfB Stuttgart aus. In den vergangenen Jahren war hingegen meistens in der zweiten Runde schon Schluss. Streich hat deshalb vor dem Viertelfinale am Mittwoch beim VfL Bochum (20.45 Uhr/Sky, ARD) die Hoffnung, dass in dieser Saison vielleicht sogar der ganz große Coup möglich sein könnte.

Schließlich stehen nur noch vier Bundesligisten im Viertelfinale – und bis auf RB Leipzig sind alle Topclubs bereits ausgeschieden. Das könne aber auch eine Bürde sein, sagte Streich. «Aber damit beschäftige ich mich nicht.» Viel mehr sei das Fehlen des FC Bayern oder von Borussia Dortmund eine willkommene Abwechslung. «Man könnte auch sagen, zum Glück wird mal ein anderer Verein Pokalsieger», sagte der Coach am Tag vor dem Duell in Bochum.

Alle acht noch vertretenen Mannschaften würden diese Chance sehen. «Und es wäre auch nicht das erste Mal, dass ein Zweitligist ins Finale kommt», betonte der SC-Coach. «Das macht diesen Wettbewerb aus.» Er habe sich vor dem Spiel in Bochum aber kaum Gedanken über die Saison gemacht, in der er mit den Profis im Halbfinale stand. Sondern vor allem über die Jahre, als er mit der U19 der Freiburger den DFB-Junioren-Pokal gewann.

Dreimal hat er den Wettbewerb mit dem SC-Nachwuchs gewonnen. Zu einer seiner siegreichen Mannschaften gehörte auch der heutige Kapitän Christian Günter. Bei dem 29-Jährigen hat die anschließende Siegerehrung im Berliner Olympiastadion vor dem Endspiel der Profis «den Hunger geweckt, irgendwann selber in so einem Finale zu stehen», wie er dem SWR sagte.

Zunächst steht jedoch das Viertelfinale in Bochum an, und dorthin reisen die Freiburger auch mit Revanchegelüsten. Das Bundesligaspiel Ende November beim VfL haben sie äußerst unglücklich 1:2 verloren. «In jedem Gesicht war Fassungslosigkeit zu sehen. Wir haben uns wie im falschen Film gefühlt», erinnert sich Ermedin Demirovic an die Bus-Heimfahrt nach vielen vergebenen Torchancen. «Das müssen wir im Pokal besser machen», fordert der Stürmer. Schließlich träume jeder vom Finale - erst recht, wenn «so viele Hochkaräter schon rausgeflogen sind».

Allerdings haben die Bochumer in dieser Saison zu Hause selten verloren, und auch schon viele Topteams geärgert – zuletzt Mitte Februar den deutschen Rekordmeister aus München. «Das Publikum ist extrem laut, eine super Stimmung für die Heimmannschaft. Aber wir haben unsere Erfahrungen da schon gemacht und wissen, was auf uns zukommt», sagte Lucas Höler.

Der Torjäger weiß auch, dass es für den Sport-Club der kürzeste Weg in den internationalen Wettbewerb wäre. In der Bundesliga liegen die Freiburger zwar auf Europapokal-Kurs, haben aber noch zehn Spieltage vor sich. Dass Streich sein Team als «maximal motiviert» bezeichnet, und mit der Mannschaft «etwas Außergewöhnliches» möglich ist, weiß auch der Coach - das gilt für den Erfolg in der Liga und im Pokal.

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