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Trainerwechsel

Stewart ist als Trainer zurück: «100 Prozent pure Energie»

Die Ära Pavel Gross ist bei den Adler Mannheim beendet, der DEL-Topclub setzt auf Bill Stewart als Lösung für die Probleme in dieser Saison. «Bill ist 100 Prozent pure Energie», sagt der Manager. Klappt es mit einem schnellen Umschwung?

Bill Stewart
Bill Stewart (r), neuer Trainer der Adler Mannheim, sitzt bei einer Pressekonferenz auf dem Podium. Foto: Uwe Anspach

Mannheim. Interimstrainer Bill Stewart weiß ziemlich genau, was ihn beim deutschen Eishockey-Topclub Adler Mannheim erwartet. «In Mannheim ist Druck. Wer keinen Druck mag, für den ist Mannheim der falsche Platz», sagte der Trainer-Rückkehrer, als er sich am Dienstag für seine bereits dritte Amtszeit am Eishockey-Traditionsstandort vorstellte. Die Erwartungen sind immer hoch. Und mit Stewart ist die Hoffnung verbunden, dass die Saison in den bald anstehenden Playoffs nicht früh zu Ende geht.

So wie es momentan zu befürchten ist. Vorgänger Pavel Gross war in seiner vierten Saison als Coach der Adler gescheitert, eine Mannschaft zu formen, die titelreif spielt. Deswegen setzten die Mannheimer auf einen Neuanfang mit dem Kanadier, der einst Spitznamen wie «Kill Bill» oder «Psycho Bill» bekam, und zuletzt als Scout für den Club arbeitete. «Bill ist 100 Prozent pure Energie. Das hat man schon an der Reaktion der Mannschaft gesehen», sagte Manager Jan-Axel Alavaara.

Eine Reaktion der Spieler wird erforderlich sein. Berlin, Wolfsburg, München und auch Straubing stehen kurz vor dem Hauptrunden-Ende in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vor den Mannheimern. Die Adler fürchten vor allem um ihren Heimvorteil im Viertelfinale. Stewart aber lässt sich von der Situation nicht beunruhigen. «Ich bin davon überzeugt, dass viel in der Mannschaft steckt», sagte er.

Die Zeit drängt. Nach drei Niederlagen in Serie gehen die Adler in die drei noch ausstehenden Vorrunden-Partien. Den Anfang macht ein Heimspiel am Mittwoch (19.30 Uhr/MagentaSport) gegen den Tabellenletzten Krefeld. Die Hauptrunde endet am Sonntag. Danach bleibt eine Woche für die Vorbereitung auf den Viertelfinal-Auftakt.

Dass seine Aufgabe komplizierter ist als in der Saison 2017/18, weiß Stewart. Damals übernahm er die Mannheimer ebenfalls vorübergehend, allerdings im Dezember, und führte das Team immerhin ins Halbfinale. Danach kam Gross. «Damals hatte ich wesentlich mehr Zeit. Es geht jetzt darum, die richtigen Knöpfe zu drücken», sagte Stewart nun.

Seine Erfahrung soll helfen. Die DEL kennt Stewart lange und die DEL kennt ihn. Es ist lange her, dass er durch Eskapaden und kuriose Vorfälle auffiel. Bereits 2001 führte er Mannheim zum Titel. Krefeld, Hamburg, Köln und Straubing sind weitere Stationen.

Die Adler soll er nun mit den früheren NHL-Profis Marcel Goc und Jochen Hecht als Co-Trainer bis zum Saisonende betreuen. Eine Dauerlösung gibt es noch nicht. «Wir werden keine schnelle Entscheidung treffen», kündigte Alavaara an. Dass er Bundestrainer Toni Söderholm holen kann, damit rechnet er offenbar nicht: «Mein persönliches Gefühl ist, dass Toni Söderholm beim DEB bleibt. Er hat beim DEB noch nicht alles erreicht, was er erreichen will.»

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Vereinsmitteilung

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