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Verhärtete Fronten in Gerichtsstreit um Allgäuer Maibaum

Justitia
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
Kempten (dpa) - Muss eine Allgäuer Gemeinde ihren Maibaum verlegen, um Anwohner vor dem Kot von Zugvögeln zu schützen? Nach der Klage einer Frau aus Altusried (Landkreis Oberallgäu) hat sich am Mittwoch das Amtsgericht Kempten mit dieser Frage beschäftigt. Die Klägerin betonte, sie könne ihren Garten wegen des Vogelkots von Mitte August bis Oktober nicht nutzen und müsse regelmäßig Fassade und Terrasse reinigen. Der Anwalt der Gemeinde betonte dagegen, das Altusrieder Rathaus sei nicht für den Vogelflug zuständig. Außerdem brachte er immer wieder angrenzende Bäume und eine Stromleitung über dem Haus als mögliche Gründe für die Ansammlung von Vögeln ins Spiel.
Altusried.

Der Streit um den Maibaum und die Hinterlassenschaften von Vögeln schwelt in Altusried schon seit Jahren. Eine Güteverhandlung vor dem Kemptener Amtsgericht war im Mai 2021 gescheitert, diverse Vergleichsversuche wurden abgelehnt. Nach dem Willen der Gemeinde soll der rund 27 Meter hohe Maibaum ohnehin in den kommenden Jahren auf den umgestalteten Marktplatz umziehen. Die Aussicht hielt die Anwohnerin des aktuellen Standorts aber nicht von einer Klage ab.

Parallel zur Verhandlung suche das Gericht weiter nach einem Experten für ein Gutachten, um zu beurteilen, ob der Maibaum zu übermäßig viel Vogelkot auf dem Nachbargrundstück führt, sagte der Richter. Bisher hätten sich für die Untersuchung keine Fachleute gefunden. Wann es in dem Streit zu einem Urteil kommen könnte, blieb am Mittwoch unklar.

© dpa-infocom, dpa:220201-99-934504/4