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Bürgerinitiative

Ärger über Verkehr beim Café N

Das Café N mit seinem Drive-in-Schalter am Beilsteiner Ortseingang zieht viele Kunden an. Diese blockierten Gehwege und Zufahrten, gefährdeten Fußgänger und Radler und belasteten die Nachbarschaft durch Motorenlärm und Abgase, beklagt eine Bürgerinitiative und fordert Stadtverwaltung und Gemeinderat zum Handeln auf.

Das Drive-in-Café am Ortseingang von Beilstein ist bei Kunden beliebt. Die kommen überwiegend mit dem Auto und sorgen teilweise für Zustände, die die Anwohner auf die Palme bringen.Foto: Ramona Theiss
Das Drive-in-Café am Ortseingang von Beilstein ist bei Kunden beliebt. Die kommen überwiegend mit dem Auto und sorgen teilweise für Zustände, die die Anwohner auf die Palme bringen. Foto: Ramona Theiss

Beilstein. „Stehen Prestige, wirtschaftliches Interesse und Bequemlichkeit vor der Sicherheit und dem Wohlergehen der Bürger?“ Das fragt sich die Beilsteinerin Sandra Pfitzenmayer angesichts der Verkehrssituation rund um das am Ortseingang der Stadt an der Oberstenfelder Straße gelegene Café N – und nicht nur sie. Mehr als 100 Anwohner haben sich ihrer Initiative angeschlossen und ihre an die Stadtverwaltung und den Gemeinderat gerichtete Petition unterzeichnet.

„Die Autofahrer stehen wie Ochsen im Rückstau auf der Ortsdurchfahrt.“

Oliver Kämpf
Stadtrat Bürgerliste

Lang ist die Liste der Probleme, die Pfitzenmayer darin beklagt. So sei der Parkplatz der Bäckerei ständig überfüllt, ebenso deren Drive-in-Schalter, an dem man vom Auto aus seine Brötchen einkaufen kann. In der Folge würden Gehwege blockiert, umliegende Straßen sowie Ein- und Ausfahrten zugeparkt und es komme immer wieder zu gefährlichen Rangier- und Überholmanövern, so Pfitzenmayers Beobachtungen. Davon seien Kindergarten-, Schul- und Freizeitwege betroffen, die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern stark gefährdet. Es bestehe eine erhöhte Unfallgefahr sowie eine starke Lärm- und erhöhte Schadstoffbelastung durch den Verkehr am Drive-in-Schalter.

Dabei liest sich Pfitzenmayers Petition, die sie neben der Stadtverwaltung auch an die Polizei in Ilsfeld geschickt hat, nicht wie das bloße Pamphlet einer erbosten Bürgerin, die ihre subjektiven Eindrücke darlegt. Die Beilsteinerin kann vielmehr alle ihre Beobachtungen anhand von Fotos belegen, welche die von ihr geschilderten Situationen zeigen.

Darüber hinaus hat sie einen Katalog mit konkreten Forderungen zur Verbesserung der Situation aufgestellt. Darin schlägt sie als kurzfristige Lösungen wöchentliche Kontrollen der bestehenden Regeln zum Parken und Abstellen der Motoren am Drive-in durch das Ordnungsamt insbesondere zu den Stoßzeiten vor sowie ein beidseitiges absolutes Parkverbot von der Einmündung der Berliner Straße in die Oberstenfelder Straße bis zum Eselweg. Zudem regt Sandra Pfitzenmayer an, zusätzliche Parkplätze zu schaffen sowie das bestehende Tempo-30-Limit bis zum Ende des an der Beilsteiner Ortsdurchfahrt liegenden Autozentrums zu erweitern.

„Die Probleme sind nicht ganz unbekannt.“ Mit diesem Satz nahm Bürgermeister Patrick Holl zu Pfitzenmayers Schreiben in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Stellung, das er laut eigener Aussage erst kurz zuvor erhalten hatte. So habe es vor rund zwei Jahren schon einmal ein Gespräch mit Bürgern und dem Cafébetreiber gegeben. Daraufhin seien einige Maßnahmen umgesetzt worden, wie etwa das Halteverbot im Forstbergweg und die Installation von sogenannten Leitboys. Auch Kontrollen gebe es bereits. Demnächst komme außerdem eine Ampel am Forstbergweg hinzu, die eine einfachere Einfahrt in die Oberstenfelder Straße ermöglichen soll. „Sie ist bereits ausgeschrieben und vergeben.“

Darüber hinaus nehme man regelmäßig mit der Polizei eine Verkehrsschau vor. Dennoch werde man sich natürlich mit dem erneuten Vorstoß der Anwohner befassen und schauen, inwiefern sich Pfitzenmayers Verbesserungsvorschläge umsetzen ließen. Dazu wolle er wiederum Anwohner und Cafébetreiber zum Gedankenaustausch einladen.

Dabei kann sich Pfitzenmayer der Unterstützung des Gemeinderates sicher sein, wie die Wortmeldungen zeigten. „Es besteht ein dringender Handlungsbedarf“, meinte Oliver Kämpf (Bürgerliste) und bestätigte Pfitzenmayers Beobachtungen zum Rückstau aus der Bäckereieinfahrt. „Wie Ochsen“ stünden die Autofahrer dabei mit ihren Wagen auf der Ortsdurchfahrt.

Auch Wolfgang Behr (FDP) forderte ein zeitnahes Vorgehen. Dazu verlangte Thomas Bausch (Initiative), die Verkehrsproblematik rund ums Café als eigenen Punkt auf die Tagesordnung des Gemeinderats zu setzen und nicht nur unter Verschiedenes zu behandeln.

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