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Nordumfahrung

Arbeiten für die Umgehung liegen voll im Zeitplan

Jahrelang ruhten die Arbeiten für die Benninger Umgehungsstraße, deren Fertigstellung im Ort sehnlichst erwartet wird. Seit Ende April wird an der Brücke über den Neckar wieder gewerkelt. Nach Auskunft des Regierungspräsidiums Stuttgart läuft dort mittlerweile alles nach Plan.

Die Arbeiten für die Neckarbrücke schreiten voran. Die Straßenbauarbeiten für die Benninger Umfahrung beginnen erst im Sommer 2020. Foto: Werner Kuhnle
Die Arbeiten für die Neckarbrücke schreiten voran. Die Straßenbauarbeiten für die Benninger Umfahrung beginnen erst im Sommer 2020. Foto: Werner Kuhnle

Benningen. „Für Benningen ist die Nordumfahrung eine der wichtigsten infrastrukturellen Maßnahmen in der Geschichte der Gemeinde“, sagte Bürgermeister Klaus Warthon vor einem Jahr bei einem Pressetermin, nachdem die langwierigen Grunderwerbs- und Entschädigungsverhandlungen endlich unter Dach und Fach waren. Die Freude beim Benninger Schultes war groß, denn: Wegen Richtlinienänderungen und Vorgaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes musste die neue Neckarbrücke gegenüber dem ursprünglichen Entwurf höher geplant werden. Und das, obwohl 2015 bereits der symbolische erste Spatenstich für das Projekt erfolgt war, das den Ortskern der Gemeinde deutlich vom Verkehr entlasten soll.

Aufgrund der Planänderungen war der Erwerb weiterer Grundstücksflächen notwendig, was die Bauarbeiten erstmal ruhen ließ und den Fertigstellungstermin deutlich nach hinten verschob, konkret um drei Jahre. „Nach aktuellem Stand kann die Ortsumgehung Ende 2021 dem Verkehr übergeben werden“, teilt das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart hierzu auf Anfrage unserer Zeitung mit. Das ursprüngliche Ende der Bauarbeiten war für Ende 2018 angepeilt. Immerhin: „Die Arbeiten liegen im Zeitplan“, teilt RP-Pressereferentin Lisa Schlager mit.

22 Löcher für Stützwand-Pfähle bohren

Demnach wurden in den vergangenen Wochen die Bohrpfähle sowie die sogenannten Spundwandkästen für die Fundamente der Brückenpfeiler und Widerlager gesetzt. Zur Zeit wird in den Spundwandkästen die Baugrube für die Stummelpfeiler ausgehoben. Diese werden danach betoniert. Ab Oktober müssen laut Schlager nochmals Löcher für 22 Pfähle der Stützwand entlang der Straße gebohrt werden. Die Bauarbeiter sind ohne besondere Vorkommnisse gut vorangekommen. „Es gab bisher keine unerwarteten Schwierigkeiten“, so Pressereferentin Schlager. So würden beispielsweise die Angaben über die Bodenverhältnisse aus den Gründungsgutachten der Brücke mit den realen Verhältnissen übereinstimmen. Demnach sind die Bagger im Untergrund auf nichts gestoßen, was sie dort nicht erwartet hätten. Außerdem seien die Wetterverhältnisse seit Baubeginn Ende April sehr gut.

Doch nicht nur auf der Baustelle wird für die Benninger Umgehungsstraße gearbeitet. Im Moment wird auch die Ausführungsplanung für den Straßenbau erstellt. Die Ausschreibung der Arbeiten hierfür ist für Anfang 2020 und der Baubeginn für Mitte 2020 vorgesehen.

Die Gesamtlänge der Neckarbrücke wird 195 Meter betragen. Die komplette Umgehungsstraße hat eine Länge von rund 1,2 Kilometern. Sie soll von der Beihinger Straße abzweigen und zwischen Sportplatz und Bootshaus zum Neckar führen. Von hier geht es über eine Brücke auf die andere Seite des Neckars, wo die Landesstraße durch das Gewerbegebiet Krautlose führt. Mit einem Kreisverkehr kurz nach der alten Neckarbrücke erfolgt der Anschluss an die Ludwigsburger Straße in Richtung Marbach. Mit der Benninger Umfahrung soll der Verkehr im Ort deutlich reduziert werden. Derzeit rollen rund 12.450 Kraftfahrzeuge täglich durch die Gemeinde Benningen. Nach Fertigstellung der Umgehungsstraße sollen es laut Auskunft des Regierungspräsidiums Stuttgart nur noch 5000 sein.

Die Gesamtkosten für die Umgehungsstraße werden mit rund 24 Millionen Euro angegeben.

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