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Auch das Forsthaus muss saniert werden

Forderung des Landesdenkmalamtes wird umgesetzt – Großes Interesse am betreuten Wohnen

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Einige Neubauten sind auf dem Schlossareal geplant. Archivfoto: Alfred Drossel

Freudental. Rudolf Bayer will auf dem Schlossareal mehrere Häuser bauen lassen, bestehende Gebäude sollen zu Wohnungen umgebaut werden. Die Gemeinderäte haben dazu wie berichtet bereits ihre Zustimmung gegeben – allerdings unter Auflagen für den Schlossherren. Diese wurden jetzt noch einmal ergänzt.

Hintergrund sei unter anderem die Stellungnahme des Landesdenkmalamtes, erläuterte Bürgermeister Alexander Fleig am Dienstagabend im Gemeinderat. So hatten die Denkmalschützer darauf gedrängt, dass Bayer auch das ehemalige Forsthaus sanieren soll. Dies sei auch im Interesse der Gemeinde, betonte der Bürgermeister. Bayer habe der Sanierung zugestimmt, die Änderung wurde in den sogenannten Durchführungsvertrag zwischen Schlossherrn und Gemeinde aufgenommen.

Von außen bleibe das Forsthaus unverändert, lediglich Dachgauben sollen angebaut werden, sagte Fleig. Umgebaut werde nur im Inneren. Wie für alle anderen geplanten Um- und Neubauten auf dem Schlossareal gilt auch hier eine Frist. So hatte sich Bayer verpflichtet, innerhalb von fünf Jahren ein erstes Gebäude zu erstellen. Innerhalb von zehn Jahren muss alles fertiggestellt sein – dazu zählt nun auch das Forsthaus.

Größere Bedenken hatten die beteiligten Behörden gegen Bayers Pläne nicht angemeldet. Auch von der Öffentlichkeit kamen im Zuge des Bebauungsplanverfahrens keine Anregungen. Dafür hatten die Gemeinderäte noch an einigen Stellen Gesprächsbedarf bei den geplanten Neubauten im Schlosspark: Helmut Schrenk (Bürgergruppe) wollte wissen, warum bei der Erschließungsstraße kein Wendehammer eingeplant sei. Die Wendemöglichkeiten seien auf den Privatgrundstücken vorgesehen, erläuterte Nadine Schimpf vom zuständigen Planungsbüro. Reiner Kurzenberger (CDU) fragte, wo die Anwohner ihre Mülltonnen abstellen können, wie die Müllautos und der Lieferverkehr fahren würden. „Da ist Chaos programmiert“, befürchtet er.

Vertraglich geregelt ist unter anderem auch, dass Bayer alle Kosten der zwei Bebauungsplanverfahren zahlen muss, ebenso wie die Erschließungskosten und ökologische Maßnahmen. Er verpflichtet sich zudem, sämtliche Gebäude auf dem Schlossareal ans Nahwärmenetz anzuschließen. Auch finanziell sichert sich die Gemeinde ab: So muss der Schlossherr eine Bürgschaft von 150 000 Euro hinterlegen, auf die die Gemeinde zurückgreifen kann, sollte Bayer die Erschließung nicht zu Ende führen.

Überlegt wird auch, ob auf dem Schlossareal betreutes Wohnen angeboten wird. Dazu laufe eine Umfrage im Ort, informierte Fleig. Die Ergebnisse will er im Februar präsentieren, aber schon jetzt zeichne sich ab, dass es dafür größeren Bedarf gebe. Die Gemeinderäte stimmten erneut für den Durchführungsvertrag sowie für den Satzungsbeschluss, der für die Änderungen der Bebauungspläne nötig ist.