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Kreisstraße

Ausbau: Auf der Waldstrecke gilt künftig Tempo 70

Nach Jahren der Diskussion gibt es jetzt ein Ergebnis: Eine der schlechtesten Straßen im Kreis soll ausgebaut werden – die Strecke Freudental–Tripsdrill.

Die Kreisstraße nach Tripsdrill ist in einem schlechten Zustand. Foto: Alfred Drossel
Die Kreisstraße nach Tripsdrill ist in einem schlechten Zustand. Foto: Alfred Drossel

Bönnigheim/Freudental. Der Bönnigheimer Gemeinderat hat am Donnerstagabend den Ausbauplänen für die Kreisstraße Freudental–Tripsdrill, von der Einmündung Krappenbergparkplatz bis zur Kreisgrenze, zugestimmt. Die Strecke liegt auf Bönnigheimer Markung. Vor acht Jahren hatte sich das Gremium gegen einen Vollausbau ausgesprochen, jetzt liegen reduzierte Pläne vor. Gebaut wird in zwei, drei Jahren. Schneller als 70 Stundenkilometer darf dann dort nicht mehr gefahren werden.

Die Strecke gilt als eine der schlechtesten Straßen im Landkreis. Sie wird täglich von 3200 Fahrzeugen befahren, drei Prozent davon ist Schwerlastverkehr. Die Bauverwaltung des Landkreises hat sich Zeit gelassen, nachdem die Bönnigheimer die ersten Pläne abgelehnt hatten.

Für den Ausbau hatte die Stadt zahlreiche Bedingungen gestellt: Der Flächenverbrauch, insbesondere von bestehenden Waldflächen, sei so gering wie möglich zu halten. Der Straßenausbau sei daher auf das Notwendigste zu beschränken und habe grundsätzlich auf dem bestehenden Trassenverlauf zu erfolgen. Um den Eingriff in die Waldfläche so gering wie möglich zu halten, sei eine Variante mit Leitplanken zu wählen. Auch um die Gefahren durch Wildwechsel zu minimieren, sollten geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Für Radfahrer forderten die Bönnigheimer einen Bypass. Sollten Ausgleichsmaßnahmen erforderlich werden, hätten diese auf Bönnigheimer Markung stattzufinden.

Thomas Walz, Fachbereichsleiter im Landratsamt, hat nun in der Sitzung die neuen, modifizierten Pläne vorgestellt. Demnach wird der Waldeingriff um 30 Prozent auf 3750 Quadratmeter minimiert. Auf der gesamten Strecke gelte künftig Tempo 70. Schutzsysteme, wie Leitplanken, würden in kritischen Bereichen montiert, Wegeeinmündungen angepasst. Die Zufahrt zum Häckselplatz erfolge über eine Kreuzung, an der auch ein neuer Radweg angeschlossen werde. Walz betonte, dass die Maßnahme mit dem Landkreis Heilbronn und dem Forst abgestimmt sei. Der Waldausgleich erfolge auf Bönnigheimer Gemarkung. Walz bat um Hinweise, wo Ausgleichsmaßnahmen realisiert werden könnten.

Bürgermeister Albrecht Dautel bezeichnete die Planung als einen „tragbaren Kompromiss“. Hans-Martin Jäger (UWG) wehrte sich dagegen, dem Gemeinderat nach acht Jahren Stillstand den Schwarzen Peter zuzuschieben. Erfreut zeigte er sich, dass die Kreisverwaltung das Problem endlich anpacke. Wichtig ist für Jäger die Anbindung des Häckselplatzes. Manfred Schmälzle (UWG) sprach von einer „guten Planung“. „Vielleicht kann der ein oder andere Baum noch stehen bleiben“, hofft er. Für Markus Stahl (UWG) muss die Verkehrssicherheit im Vordergrund stehen. Gerhard Hepperle (FWV/CDU) ist die Radwegführung wichtig.

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