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Verkehr

Autofahrer machen noch Probleme

Neues Parksystem soll für Ordnung sorgen – Der Verkehrsrechner hat allerdings so seine Schwierigkeiten mit der Realität

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Noch in der Testphase: die neuen Anzeigetafeln in Bietigheim.Foto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. In drei Wochen steht die große Bewährungsprobe an. Dann wird in Bietigheim die fünfte Jahreszeit gefeiert – der Pferdemarkt. Bis dahin, da ist sich Bauamtsleiter Claus-Dieter Jaisle sicher, haben seine Mitarbeiter das neue Parkleitsystem im Griff. Allerdings müssen bis dahin noch einige Probleme gelöst werden. Die größten Schwierigkeiten bereiten ihm die Autofahrer selbst. Sie wollen sich nicht so verhalten, wie die Planer es den Rechnern vorgegeben haben. „Die Autos fahren falsch in die Parkhäuser oder halten sich nicht an die vorgegebenen Fahrspuren. Dann kann der Rechner nicht wissen, wie viele Fahrzeuge sich im Parkhaus befinden und wie viele gerade herausgefahren sind“, sagt Amtsleiter Jaisle.

Über sogenannte Induktionsschleifen wird gezählt, was sich in den Parkhäusern so alles tut. Diese Informationen laufen in einem Rechner zusammen – und so wird das Parkleitsystem mit den notwendigen Informationen versorgt. Auf den Tafeln ist dann zu sehen, wie viele Plätze noch in welchem Parkhaus frei sind.

Bisher waren die Parkplätze lediglich auf statischen Tafel angezeigt. Mit der neuen dynamischen Anlage, mit den aktuellen Belegungszahlen, können die Autofahrer genauer geleitet werden. Der Suchverkehr nach dem freien Parkplatz wird weniger. Bei den Nachbarn in Ludwigsburg ist ein solches System schon seit Jahren mit Erfolg eingeführt.

Für Jaisle sind die bisherigen Probleme nur Kinderkrankheiten, auch er ist vom Erfolg des neuen Systems überzeugt. Also heißt es in den nächsten Tagen, darüber nachdenken, wie die Autofahrer sich computergerecht verhalten. Dazu werden Poller aufgebaut, damit der Rechner auch einen realistischen Eindruck von dem Stellplatz-Leben in den Bietigheimer Parkhäusern bekommt. „Die Informationen müssen einfach stimmen und dafür müssen wir jetzt noch sorgen. Wenn diese Unsicherheiten behoben sind, dann läuft das System“, so Jaisle.

Für die Anschaffung greift die Stadt Bietigheim-Bissingen tief in die Tasche. Mehr als 500 000 Euro lässt sie sich die neue Technik kosten. Ursprünglich hatte man mit gut 420 000 Euro gerechnet. In dem Preis enthalten sind die „dynamischen Anzeigetafeln“, der Rechner und die Erfassungseinrichtungen, wie beispielsweise die Induktionsschleifen an den Ein- und Ausfahrten der Parkhäuser. Die Tiefbauarbeiten für die 15 Anzeigetafeln belaufen sich auf weitere 50 000 Euro.

Die Stadt Bietigheim-Bissingen ist vom Verkehr stark belastet. Allein auf der Ortsdurchfahrt, der B 27, sind täglich bis zu 50 000 Fahrzeuge unterwegs (siehe unten stehender Kasten). Hinzu kommen noch die zwei Zuglinien, die am Bahnhof zusammenkommen. Von dem neuen Parkleitsystem erhoffen sich die Stadt und die Anwohner mehr Fluss in den Verkehr zu bringen, um somit die Lärm- und Schadstoffbelastung entlang der Bundesstraße zu reduzieren.